Skurill und unterhaltsam!
Belladonnas beginnt als relativ konventioneller Social-Media-Thriller. Der Identitätstausch zwischen Julie und ihrer verstorbenen Zwillingsschwester Chloe ist interessant, aber lange bleibt der Roman zu nah an einer Influencer-Analyse: Oberfläche, Inszenierung, Macht durch Reichweite. Das ist solide gemacht, aber auch vorhersehbar. Eine weitere Doku über Social Media braucht man literarisch tatsächlich nicht. Super fand ich, dass der Roman durchgehend aus Julies Perspektive direkt geschrieben ist.
Der Roman gewinnt für mich jedoch erst dort an Reiz, wo er den "Doku"-Teil hinter sich lässt. Der Aufenthalt auf der Insel markiert dabei einen Wendepunkt: Die Ereignisse überschlagen sich, Loyalitäten kippen, und aus Social-Media-Satire wird ein zunehmend düsterer Thriller mit "soannenden" (ich will nicht zu viel spoilern) Strukturen. Hier entsteht die Atemlosigkeit. Die Influencer-Welt wird nicht mehr erklärt, sondern überzeichnet. Aus Selbstvermarktung wird Selbstauflösung, aus Community ein abgeschottetes System mit eigenen Regeln, Ritualen und moralischen Verschiebungen.
Ab hier macht das Buch Spaß, weil es sich traut, unplausibel im realistischen Sinne zu werden, um im symbolischen zu funktionieren. Die Insel ist kein realistischer Schauplatz, sondern ein Verdichtungsraum: Narzissmus, Macht, Abhängigkeit und kollektiver Wahn laufen hier zusammen. Dass das überdreht wirkt, ist kein Unfall, sondern Konzept.
Julie verliert auf der Insel zunehmend Halt und genau darin liegt die Spannung. Nicht mehr: „Wie funktioniert Influencer-Business?“, sondern: Was passiert, wenn niemand mehr außerhalb dieses Systems existiert? Die Handlung wird schneller, absurder, unangenehmer. Der Roman lässt die reale Welt ein Stück zugunsten der Eskalation fallen, und das passt zur erzählten Welt.
Hat Spaß gemacht, allerdings hätte dieser Teil von mir aus gerne schneller kommen können.
Der Roman gewinnt für mich jedoch erst dort an Reiz, wo er den "Doku"-Teil hinter sich lässt. Der Aufenthalt auf der Insel markiert dabei einen Wendepunkt: Die Ereignisse überschlagen sich, Loyalitäten kippen, und aus Social-Media-Satire wird ein zunehmend düsterer Thriller mit "soannenden" (ich will nicht zu viel spoilern) Strukturen. Hier entsteht die Atemlosigkeit. Die Influencer-Welt wird nicht mehr erklärt, sondern überzeichnet. Aus Selbstvermarktung wird Selbstauflösung, aus Community ein abgeschottetes System mit eigenen Regeln, Ritualen und moralischen Verschiebungen.
Ab hier macht das Buch Spaß, weil es sich traut, unplausibel im realistischen Sinne zu werden, um im symbolischen zu funktionieren. Die Insel ist kein realistischer Schauplatz, sondern ein Verdichtungsraum: Narzissmus, Macht, Abhängigkeit und kollektiver Wahn laufen hier zusammen. Dass das überdreht wirkt, ist kein Unfall, sondern Konzept.
Julie verliert auf der Insel zunehmend Halt und genau darin liegt die Spannung. Nicht mehr: „Wie funktioniert Influencer-Business?“, sondern: Was passiert, wenn niemand mehr außerhalb dieses Systems existiert? Die Handlung wird schneller, absurder, unangenehmer. Der Roman lässt die reale Welt ein Stück zugunsten der Eskalation fallen, und das passt zur erzählten Welt.
Hat Spaß gemacht, allerdings hätte dieser Teil von mir aus gerne schneller kommen können.