Gelungenes Krimi-Retelling eines Klassikers

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Ich habe ‚Little Women‘ von Louisa May Alcott leider nie gelesen, aber zumindest die neueste Verfilmung gesehen. Daher kann ich nur einen eingeschränkten Vergleich zum Original ziehen.

Grds. finde ich, dass das moderne Retlling dieses Klassikers gut gelungen ist. Auch die Idee, daraus einen Krimi/Thriller zu machen fand ich originell.
Die Charaktere sind meiner Meinung nach gut getroffen und spiegeln die Charaktereigenschaften aus der Originalvorlage, angepasst an die moderne Zeit, gut wider. Dabei waren mir die vier Schwestern – mit Ausnahme von Beth – anfangs fürchterlich unsympathisch. ABER, und das gehört für mich auch zu einem guten Buch, die Figuren waren trotzdem nachvollziehbar und man versteht, warum sie so ticken, wie sie ticken. So konnte ich mich im Laufe der Handlung immer mehr mit ihnen „anfreunden” und mitfühlen. Vor allem Amy hat für mich im Laufe der Handlung eine interessante Entwicklung durchgemacht.

Die Handlung wurde geschickt aufgebaut. Immer neue Personen treten auf, die ein Motiv hatten, Beth zu schaden – sogar ihre eigene Familie. So war es auch für mich als Leser spannend, der Handlung zu folgen und zu überlegen, was in der Neujahrsnacht geschehen sein mag. Ein bisschen blass fand ich in diesem Zusammenhang allerdings die beiden Polizisten. Alles Relevante wurde von den Schwestern aufgedeckt, was am Ende ein bisschen konstruiert wirkte. Die Auflösung (und ist bei einem Krimi nicht selbstverständlich) war für mich aber letztlich schlüssig. Am Ende des Buches wurde es noch einmal emotional, sodass alles zu einem runden Abschluss kam.

Was mir ehrlich gesagt nicht gefallen hat – aber das ist natürlich Geschmackssache –, ist das Cover. Ich finde es super hässlich. Hätte ich nicht vorher gewusst, worum es in dem Buch geht, und eine Leseprobe gelesen, hätte ich das Buch im Handel niemals zur Hand genommen. Grundsätzlich finde ich es zwar gut, wenn das Original-Cover übernommen wird, aber hier wäre eine andere Gestaltung meiner Meinung nach ein Gewinn gewesen.

Fazit. ‚Beth is dead‘ ist ein größtenteils spannender Jugendthriller und ein gelungenes Retelling von ‚Little Women‘. Insbesondere die Übertragung der Figuren in die moderne Zeit hat mich überzeugt, so dass ich auch über das unansehnliche Cover hinwegsehen kann ;-)