„Little Women“ Thriller-Version
Wer hat Beth March ermordet? – Die Frage steht von Beginn an im Raum, aber "Beth is Dead" interessiert sich für weit mehr als nur die Auflösung eines Mordfalls.
Mit Beth is Dead liefert Katie Bernet einen Jugendthriller, der sich lose an Little Women von Louisa May Alcott orientiert und klassische Familienkonflikte mit Social Media, öffentlicher Aufmerksamkeit und Murder-Mystery verbindet. Erschienen ist das Hörbuch bei Der Audio Verlag, basierend auf der Buchvorlage von dtv. Gelesen wird die ungekürzte Fassung von Jodie Ahlborn, Julia Nachtmann, Nina Reithmeier und Lisa Cardinale.
Meine Meinung
Die Ausgangsidee fand ich sofort richtig stark: Vier Schwestern geraten ins Zentrum der Öffentlichkeit, nachdem ihr Vater einen Roman über sie veröffentlicht hat und darin Beth sterben lässt. Wenig später wird Beth tatsächlich tot aufgefunden. Ab diesem Moment beginnt ein Netz aus Geheimnissen, Schuldgefühlen, Halbwahrheiten und gegenseitigem Misstrauen.
Ich bin ziemlich schnell in die Geschichte reingekommen, auch wenn ich anfangs durchaus Probleme hatte, die vielen Figuren und Perspektiven auseinanderzuhalten. Gerade weil sich für mich im Hörbuch nicht alle Stimmen sofort klar voneinander abgegrenzt haben. Trotzdem machen die Sprecherinnen insgesamt einen wirklich guten Job und transportieren die emotionale Dynamik der Schwestern überzeugend.
Was für mich die größte Stärke des Romans ist: die Beziehungen zwischen den Schwestern. Hinter all den Verdächtigungen und Wendungen steckt eigentlich eine Geschichte über Loyalität, Eifersucht, Überforderung und dieses ganz besondere Band zwischen Geschwistern. Das wirkte oft erstaunlich authentisch und hat dem Buch emotional deutlich mehr Tiefe gegeben, als ich zunächst erwartet hatte.
Gleichzeitig merkt man dem Roman aber auch an, dass er sehr viel auf einmal will: Thriller, Familiengeschichte, Social-Media-Kritik, Coming-of-Age, Cancel Culture, literarisches Retelling. Manche Themen funktionieren richtig gut miteinander, andere wirken etwas überladen. Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass die Geschichte sehr viele Wendungen unterbringen möchte, wodurch sich nicht alles komplett stimmig angefühlt hat.
Auch die Struktur mit den vielen Perspektivwechseln und Zeitsprüngen war für mich nicht immer ideal. Einerseits sorgt das natürlich dafür, dass man ständig miträtselt und niemandem ganz vertraut. Andererseits hat es den Spannungsbogen zwischendurch etwas zerfasert. Ich glaube tatsächlich, dass dem Buch eine leichte Straffung gutgetan hätte.
Trotzdem: Selbst wenn mich nicht jede Wendung komplett überzeugt hat, hat mich das Buch konstant bei der Stange gehalten. Und gerade die emotionale Wärme innerhalb der Familie hebt den Roman für mich von vielen klassischen YA-Thrillern ab. Ein kleiner Punkt, den ich schade fand: Die Mutterfigur bleibt vergleichsweise blass, obwohl sie eigentlich enorm viel Verantwortung trägt. Hier hätte ich mir mehr Raum gewünscht, statt den Fokus so stark auf den Vater zu legen.
Fazit
"Beth is Dead" ist ein atmosphärischer Jugendthriller (nicht nur für Jugendliche!) mit einer richtig spannenden Grundidee und starken Schwesterndynamiken. Manche Handlungsstränge hätten etwas mehr Fokus vertragen, aber emotional funktioniert der Roman erstaunlich gut. Besonders empfehlenswert für Leser:innen, die Familiengeschichten mit Mystery-Elementen mögen und Lust auf ein modernes Little Women-Retelling haben. Wer hingegen einen kompromisslos straffen Thriller erwartet, könnte sich an den vielen Perspektiven und Twists etwas verlieren. Vielen Dank an NetGalley und Der Audio Verlag für das Hörbuch-Rezensionsexemplar.
Mit Beth is Dead liefert Katie Bernet einen Jugendthriller, der sich lose an Little Women von Louisa May Alcott orientiert und klassische Familienkonflikte mit Social Media, öffentlicher Aufmerksamkeit und Murder-Mystery verbindet. Erschienen ist das Hörbuch bei Der Audio Verlag, basierend auf der Buchvorlage von dtv. Gelesen wird die ungekürzte Fassung von Jodie Ahlborn, Julia Nachtmann, Nina Reithmeier und Lisa Cardinale.
Meine Meinung
Die Ausgangsidee fand ich sofort richtig stark: Vier Schwestern geraten ins Zentrum der Öffentlichkeit, nachdem ihr Vater einen Roman über sie veröffentlicht hat und darin Beth sterben lässt. Wenig später wird Beth tatsächlich tot aufgefunden. Ab diesem Moment beginnt ein Netz aus Geheimnissen, Schuldgefühlen, Halbwahrheiten und gegenseitigem Misstrauen.
Ich bin ziemlich schnell in die Geschichte reingekommen, auch wenn ich anfangs durchaus Probleme hatte, die vielen Figuren und Perspektiven auseinanderzuhalten. Gerade weil sich für mich im Hörbuch nicht alle Stimmen sofort klar voneinander abgegrenzt haben. Trotzdem machen die Sprecherinnen insgesamt einen wirklich guten Job und transportieren die emotionale Dynamik der Schwestern überzeugend.
Was für mich die größte Stärke des Romans ist: die Beziehungen zwischen den Schwestern. Hinter all den Verdächtigungen und Wendungen steckt eigentlich eine Geschichte über Loyalität, Eifersucht, Überforderung und dieses ganz besondere Band zwischen Geschwistern. Das wirkte oft erstaunlich authentisch und hat dem Buch emotional deutlich mehr Tiefe gegeben, als ich zunächst erwartet hatte.
Gleichzeitig merkt man dem Roman aber auch an, dass er sehr viel auf einmal will: Thriller, Familiengeschichte, Social-Media-Kritik, Coming-of-Age, Cancel Culture, literarisches Retelling. Manche Themen funktionieren richtig gut miteinander, andere wirken etwas überladen. Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass die Geschichte sehr viele Wendungen unterbringen möchte, wodurch sich nicht alles komplett stimmig angefühlt hat.
Auch die Struktur mit den vielen Perspektivwechseln und Zeitsprüngen war für mich nicht immer ideal. Einerseits sorgt das natürlich dafür, dass man ständig miträtselt und niemandem ganz vertraut. Andererseits hat es den Spannungsbogen zwischendurch etwas zerfasert. Ich glaube tatsächlich, dass dem Buch eine leichte Straffung gutgetan hätte.
Trotzdem: Selbst wenn mich nicht jede Wendung komplett überzeugt hat, hat mich das Buch konstant bei der Stange gehalten. Und gerade die emotionale Wärme innerhalb der Familie hebt den Roman für mich von vielen klassischen YA-Thrillern ab. Ein kleiner Punkt, den ich schade fand: Die Mutterfigur bleibt vergleichsweise blass, obwohl sie eigentlich enorm viel Verantwortung trägt. Hier hätte ich mir mehr Raum gewünscht, statt den Fokus so stark auf den Vater zu legen.
Fazit
"Beth is Dead" ist ein atmosphärischer Jugendthriller (nicht nur für Jugendliche!) mit einer richtig spannenden Grundidee und starken Schwesterndynamiken. Manche Handlungsstränge hätten etwas mehr Fokus vertragen, aber emotional funktioniert der Roman erstaunlich gut. Besonders empfehlenswert für Leser:innen, die Familiengeschichten mit Mystery-Elementen mögen und Lust auf ein modernes Little Women-Retelling haben. Wer hingegen einen kompromisslos straffen Thriller erwartet, könnte sich an den vielen Perspektiven und Twists etwas verlieren. Vielen Dank an NetGalley und Der Audio Verlag für das Hörbuch-Rezensionsexemplar.