Little Women trifft Pretty Little Liars

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Beth ist tot. Nach dem ersten Schock gibt es für ihre Schwestern Amy, Jo und Meg nur ein Ziel: den oder die Schuldige finden. Oder war es ein Unfall? Die drei sind sich absolut einig: Niemand hätte Beth absichtlich schaden wollen. Alle liebten sie, die sanftmütige, wunderschöne und begabte Pianistin. Schließlich kannten sie ihre Schwester. Trotzdem passen einige Dinge nicht ganz zusammen, findet Jo, die angehende Autorin, und beginnt zu recherchieren. Nach und nach kommen die Geheimnisse der Schwestern ans Licht – auch das von Jo, die längst von der örtlichen Polizei verdächtigt wird.

Katie Bernet hat einen klassischen Thriller mit intelligentem Plot und ohne blutige Psycho-Details konstruiert, in dem sich, ganz im Stil von Pretty Little Liars, ein paar Schülerinnen so in ihre Geheimnisse verstricken, dass sie sich letztlich selbst nicht mehr trauen. Die Geschichte beginnt mit dem Tod von Beth und wird abwechselnd aus der jeweiligen Perspektive der vier Schwestern erzählt. Dabei gibt es zwei Zeitebenen: die Gegenwart (als „Heute“ markiert) sowie die Vergangenheit, die die Ereignisse vor Beths Tod beschreibt. Das ist von der Autorin clever gelöst, da die Vorher-Kapitel so auch die Perspektive von Beth selbst ermöglichen.

Little Women bietet dabei eigentlich nur einen Rahmen für die Figuren: vier sehr unterschiedliche Schwestern, eine viel arbeitende Mutter, ein abwesender Vater und Laurie, der Nachbarsjunge, der den Schwestern nahesteht. Bernet holt die Geschichte in die Gegenwart und nutzt die vertraute Basis, um einen spannenden Plot mit einigen überraschenden Wendungen zu bauen. Das klappt insgesamt ganz gut. Die Auflösung ist zwar nicht mehr ganz so unvorhersehbar, aber die Details der Rückblenden ergeben zusammen ein stimmiges Bild, und das Ende hält – ganz im Stil von Little Women – für jede Schwester eine passende Zukunft bereit. Das klingt vielleicht etwas kitschig, passt hier aber ganz wunderbar. Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, und ich mochte die Gegenwartsversion von „Betty und ihren Schwestern“.

Das Buch kommt als Klappbroschur mit einem knallpinken, reliefartigen Cover. Schönes Detail: Die Innenklappe enthält ein passendes Lesezeichen.