Starke Figuren, aber nicht ganz so packend wie erhofft

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Vor dem Lesen wusste ich nur grob, dass Beth Is Dead auf Little Women basiert. Das Original habe ich nie gelesen, deshalb kann ich nicht beurteilen, wie nah die Neuinterpretation an ihrer Vorlage bleibt. Was ich aber sagen kann: Das Buch funktioniert auch ohne Vorkenntnisse problemlos und liest sich sehr modern und zugänglich.
Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Perspektiven. Ich mag Geschichten mit Multiple POVs generell sehr, und auch hier fand ich es spannend, die Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben. Jede Schwester bringt ihre eigene Sichtweise, ihre eigenen Konflikte und Geheimnisse mit, wodurch die Figuren deutlich vielschichtiger wirken. Gerade dieses Zusammenspiel der Perspektiven hat für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht.
Auch die Charaktere insgesamt fand ich gelungen. Keine der Schwestern wirkt eindimensional und nach und nach entsteht ein immer vollständigeres Bild ihrer Beziehungen zueinander. Dadurch lag mein Interesse oft weniger auf der eigentlichen Frage, was passiert ist, sondern darauf, die einzelnen Figuren besser kennenzulernen.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, sodass ich schnell durch die Seiten gekommen bin. Gleichzeitig hatte ich stellenweise das Gefühl, dass die Geschichte etwas mehr Spannung hätte entwickeln können. Obwohl mich die verschiedenen Handlungsstränge neugierig gemacht haben, hat sich die ganz große Sogwirkung für mich nie eingestellt.
Insgesamt war Beth Is Dead für mich ein solider Jugendthriller mit interessanten Figuren und einer gelungenen Perspektivstruktur. Auch ohne Kenntnisse von Little Women hatte ich Spaß beim Lesen, am Ende hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das aus einer guten Geschichte eine wirklich herausragende macht.