Vier Schwestern, vier Leben und ein Todesfall

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mrs.greenmeeple Avatar

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Beth is dead: Vier Schwestern. Viele Lügen. Ein Mord.
448 Seiten | 16.04.2026 | dtv | Taschenbuch | 17,00 €

» Inhalt
Bei „Beth is Dead“ stehen die vier March-Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy im Mittelpunkt der Geschichte. Durch die Buchveröffentlichung ihres Vaters, der heimlich den Roman „Little Women“ über das Leben seiner Töchter geschrieben hat, sind die Mädchen ungewollt zu Berühmtheiten in und außerhalb ihrer Heimatstadt Concord geworden.

Die Geschichte beginnt, als die 17-jährige Beth nach einer Silvesterparty bei Sallie Gardinerdes, dem It-Girl der Stadt, am Neujahrsmorgen von ihren Schwestern Jo und Amy tot aufgefunden wird. Blutüberströmt und mit einer klaffenden Wunde am Kopf liegt Beth nicht unweit ihres Zuhauses im Schnee. Es drängt sich die Frage auf: Was ist passiert?

Amy, die jüngste der vier, träumt davon, Künstlerin zu werden. Auf einer Vernissage lernt sie Fred Vaughn kennen, einen vermeintlich renommierten Künstler. Dieser lädt sie und ihre Cousine Florence auf seinen Sommerworkshop in Europa ein. Dafür muss Amy eine Anzahlung von 10.000 Euro aufbringen – ein Betrag, der das Familienbudget deutlich übersteigt. Außer natürlich ihre reiche Tante würde einspringen. Diese hat jedoch bereits Beth Geld für ihre Ausbildung in einem teuren Kunstinternat versprochen. Sie schließen einen Deal: Wenn Beth sich gegen die Ausbildung entscheidet und das Geld nicht brauchen sollte, finanziert Tante March Amys Europatrip.

Beth ist die unscheinbarste der vier Schwestern. Sie fühlt sich vorhersehbar und langweilig. Sie hat keine Träume wie ihre Schwestern und sie fragt sich nach dem Roman ihres Vaters, ob es ihr an Persönlichkeit fehlt. Beth ist eine ausgezeichnete Pianistin und so bietet ihre Tante ihr die Finanzierung eines Platzes an der Plumfiled School an. Doch Beth weiß nicht wirklich was sie will. Nur eines weiß sie sicher: sie ist verliebt in Henry Hummel und in seiner Nähe fühlt sie sich Einzigartig. Sie kann sich nicht vorstellen, ihn zu verlassen, nur um eine erfolgreiche Musikerin zu werden.

Jo ist, wie ihr geliebter Vater, Autorin. Sie ist die einzige der Schwestern, die begeistert vom Roman des Vaters ist. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als selbst einen Bestseller zu schreiben. Ein Verlagsangebot hat sie bereits, ihr fehlte bisher nur die Idee. Ihre Lektorin hat deutlich gemacht, das nächste Manuskript ist ihre letzte Chance. Als sie ihre Schwester tot auffindet, ist ein Buchtitel schnell gefunden: „Beth is Death“ kritzelt sie in ihr Notizbuch, und scheint damit endlich ihre Schreibblockade überwunden zu haben.

Meg ist die älteste der Schwestern und setzt alles daran Ärztin zu werden. Sie hat ein Stipendium und studiert zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Salli in Harvard. Zusammen teilen sie sich auch eine Studentenwohnung, allerdings flüchtet sie sich immer öfter zu ihrem ehemaligen Highschool-Freund John. Diesen hat Beth in der Silvesternacht angerufen, um sich von ihm nach Hause fahren zu lassen. War er der Letzte, der Beth lebend gesehen hat und warum ist seine Stoßstange völlig verbogen? Meg ist sich sicher, John hätte Beth niemals etwas angetan, die Polizei sieht das allerdings anders. Aber nicht nur John rückt in das Visier der Ermittlungen…

» Erster Satz
❞Am Neujahrsmorgen liegt Beth nicht in ihrem Bett.❝

» Meine Meinung
Die Autorin Katie Bernet legt jede Menge falscher Fährten und die Motive überschlagen sich förmlich. Der Spannungsbogen zieht sich von Anfang bis Ende prima durch die gesamte Geschichte. Der Schreibstil ist dabei leicht und flüssig. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen, denn nach jedem Kapitel tun sich neue Verdächtige auf.

Die Kapitel sind aus Sicht der Schwestern „vor“ und „nach“ Beths Tod geschrieben. Die Autorin schafft es so, einen sehr guten Einblick in das Leben der vier Schwestern zu geben und ihre verschiedenen Charaktereigenschaften authentisch herauszuarbeiten. Nach und nach lernt man alle vier Mädchen, ihr Umfeld und ihre Beweggründe kennen und erlebt die Achterbahn der Gefühle hautnah mit.

Ich finde es eine tolle Idee, wie die Autorin Parallelen zu Jane Austens Werk aufbaut. „Little Women“ als Buchtitel des Romans, den der Vater der Mädchen veröffentlicht hat und der innerhalb der Geschichte immer wieder eine prägnante Rolle spielt, wie auch die Namen der Schwestern und weiterer Charaktere im Buch. Auch die Eigenschaften, die die Mädchen ausmachen, passen gut zu Austens Vorlage. Absolut gelungen ist auch am Ende die Auflösung. Vor allem dann, wenn man das Original kennt.

» Fazit
Eine wirklich einfallsreiche Neuinterpretation des Originals. Ich habe mich durchweg sehr gut unterhalten gefühlt und habe von Seite zu Seite mit den Charakteren mitgefiebert. Toll geschrieben, toll inszeniert. Ein großer Spaß für alle Hobby-Ermittler.

Meine Bewertung:
★★★★★
(5*)