Bewegender Roman
„...Ich spüre, wie Ärger in mir aufsteigt. Was erwarte ich überhaupt von der Kramerei in der Vergangenheit? Und warum statte ich Mutter ausgerechnet heute einen Besuch ab? Wahrscheinlich weil eine Stunde zuvor meine Welt aus den Fugen geraten ist…“
Die namenlose Protagonistin hat sich wiederholt von ihrem Freund getrennt. Schon am Anfang des Buches wird klar, dass es Bindungsängste sind, die ihr Leben bestimmen.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Sie erzählt die Geschichte dreier Generationen. Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Daran ändert sich auch nichts, wenn man weiß, dass es häufig Sprünge in die Vergangenheit gibt, die nicht kontinuierlich erzählt wird.
Der Blick der Enkelin auf ihre Mutter Erika ist düster.
„...Seitdem fürchte ich mich davor, genauso zu werden wie sie, dass Leben meiner Mutter weiterzuleben, ein Leben, in das vor langer Zeit die Traurigkeit eingezogen ist wie eine kranke Katze, die sich anschleicht und deinen Garten okkupiert. Alles, was sich leicht und schön anfühlte, durfte bei meiner Mutter nicht bleiben…“
Die Enkelin sucht nach der Hinterlassenschaft der Großmutter, um zu begreifen, wo die Wurzeln für das Verhalten in der Familie liegen. Sie stößt auf eine berührende Liebesgeschichte zwischen ihrer Großmutter und Karl. Es sind nur wenige Episoden, die ich über deren Leben erfahre. Doch sie sind getragen von einer Leichtigkeit, die berührt.
Dann aber kommt das Jahr 1945. Karl muss als Bordmechaniker dem Weg der Flugzeuge folgen. Es ist die erste Trennung von der Familie. Kurze Zeit später flieht Frieda mit ihrer kleinen Tochter Erika in Eiseskälte aus Schlesien zu Verwandten ins Gebirge. Es sind Szenen, die Erika für ihr Leben prägen. Sie hat Dinge gesehen, die Kinder nie sehen sollten.
Zwar gelingt ihnen die Heimkehr in die Heimat, doch schon ist ein neuer Abschied absehbar. Der Ort gehört jetzt zu Polen. Deutsche Familien müssen ihn verlassen. Es sind sehr unterschiedliche Szenen, die sie in der alten Heimat erlebt haben. Mal war es Hass, mal Hilfsbereitschaft.
Was Frieda antriebt, ist die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Mann. Ihr Sohn Horst ist glücklicherweise zur Familie zurückgekehrt. Doch wird Karl noch der Mann sein, der sie verlassen hat? Was haben Krieg und Gefangenschaft aus ihm gemacht, sollte er zurückkehren?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Allerdings sollte der zukünftige Leser wissen, dass es sehr heftige Szenen gibt – und das betrifft nicht nur die Kriegsereignisse.
Die namenlose Protagonistin hat sich wiederholt von ihrem Freund getrennt. Schon am Anfang des Buches wird klar, dass es Bindungsängste sind, die ihr Leben bestimmen.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Sie erzählt die Geschichte dreier Generationen. Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Daran ändert sich auch nichts, wenn man weiß, dass es häufig Sprünge in die Vergangenheit gibt, die nicht kontinuierlich erzählt wird.
Der Blick der Enkelin auf ihre Mutter Erika ist düster.
„...Seitdem fürchte ich mich davor, genauso zu werden wie sie, dass Leben meiner Mutter weiterzuleben, ein Leben, in das vor langer Zeit die Traurigkeit eingezogen ist wie eine kranke Katze, die sich anschleicht und deinen Garten okkupiert. Alles, was sich leicht und schön anfühlte, durfte bei meiner Mutter nicht bleiben…“
Die Enkelin sucht nach der Hinterlassenschaft der Großmutter, um zu begreifen, wo die Wurzeln für das Verhalten in der Familie liegen. Sie stößt auf eine berührende Liebesgeschichte zwischen ihrer Großmutter und Karl. Es sind nur wenige Episoden, die ich über deren Leben erfahre. Doch sie sind getragen von einer Leichtigkeit, die berührt.
Dann aber kommt das Jahr 1945. Karl muss als Bordmechaniker dem Weg der Flugzeuge folgen. Es ist die erste Trennung von der Familie. Kurze Zeit später flieht Frieda mit ihrer kleinen Tochter Erika in Eiseskälte aus Schlesien zu Verwandten ins Gebirge. Es sind Szenen, die Erika für ihr Leben prägen. Sie hat Dinge gesehen, die Kinder nie sehen sollten.
Zwar gelingt ihnen die Heimkehr in die Heimat, doch schon ist ein neuer Abschied absehbar. Der Ort gehört jetzt zu Polen. Deutsche Familien müssen ihn verlassen. Es sind sehr unterschiedliche Szenen, die sie in der alten Heimat erlebt haben. Mal war es Hass, mal Hilfsbereitschaft.
Was Frieda antriebt, ist die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Mann. Ihr Sohn Horst ist glücklicherweise zur Familie zurückgekehrt. Doch wird Karl noch der Mann sein, der sie verlassen hat? Was haben Krieg und Gefangenschaft aus ihm gemacht, sollte er zurückkehren?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Allerdings sollte der zukünftige Leser wissen, dass es sehr heftige Szenen gibt – und das betrifft nicht nur die Kriegsereignisse.