Schwache Umsetzung eines interessanten Themas
In vielen, teils unnötigen und verwirrenden Erzählzeiten und Perspektiven schildert die Autorin eine Vorkriegs-, Kriegs-, Flucht-, Nachkriegs- und Gegenwartsgeschichte basierend auf ihrer Familiengeschichte. Unklar bleibt aber, welcher Teil Realität und was Fiktion ist. Mir hat gut gefallen, dass dramatische und traumatisierende Erlebnisse schonungslos offen und realitätsgetreu geschildert wurden. Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen, für mich hatte die Handlung trotzdem ein paar Längen. Die Figur der Protagonistin Frieda, die ihre Kinder durch den Krieg bringt, fand ich sehr gut geschildert, andere Charaktere verschwinden im Laufe des Buches und man erfährt nichts weiter über sie, das fand ich schade. Die Verankerung in der Gegenwart und die Spurensuche der namenlosen Enkelin haben durch die Formulierung auf dem Klappentext bei mir Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt wurden. Die Gegenwartsgeschichte ist schwach und erklärt kein generationsübergreifendes Trauma. Das Ende konnte mich leider auch nicht überzeugen, so dass es insgesamt nicht mehr als drei Sterne werden.