Altbewährter Allgäuer Grantler-Charme

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roswitha-böhm-gedankenteiler Avatar

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Wenn eine Reihe mittlerweile beim gefühlt zwanzigsten Fall angekommen ist, schlägt bei mir innerlich sofort die Skepsis zu! Ich bin ja wahrlich kein Fan von diesen schier endlosen Buchserien, die einfach kein Ende finden wollen und bei denen man das Gefühl hat, die Autoren melken dieselbe Kuh bis zum letzten Tropfen.

Beim Lesen dieser ersten Seiten muss ich aber zähneknirschend zugeben: Ein paar Schmunzler haben mir Klüpfel und Kobr dann doch entlockt. Wie der brummelige Kluftinger versucht, mit Händen und Füßen, englischen Brocken („Nice from you“, „Devil's Kitchen“) und einer Übersetzungs-KI mit seiner japanischen Schwägerin zu parlieren, ist schon amüsant zu lesen. Auch dass die kleine Enkelin Maxima fröhlich „Wassa-Leiche!“ und „Opa zefix!“ trällert, bringt diese typisch verquere, bodenständige Familiendynamik rein, die man irgendwo ins Herz geschlossen hat.
Aber genau da liegt auch mein großes Aber: Man kennt die Masche mittlerweile einfach in- und auswendig.

Dass der Kriminalfall sich um eine tote Instagram-Bloggerin im Eistobel dreht, wirkt auf mich wie der krampfhafte Versuch, den altmodischen Ermittler wieder mit aller Gewalt auf die moderne Social-Media-Welt prallen zu lassen – das riecht nach den exakt gleichen Gags, die man schon vor fünf Bänden gelesen hat.

Ich erwarte von dem Buch genau das, was die Leseprobe serviert: grundsolide, handwerklich routinierte Wohlfühlkost für eingefleischte Fans der Reihe, die keine Überraschungen wollen. Für mich persönlich nutzt sich das Schema F dieser ewig langen Reihen aber einfach ab. Nett zu lesen, tut keinem weh – aber definitiv nichts, wofür ich mir die Nacht um die Ohren schlagen würde!