Darf´s noch a bisserl Klufti sein? - Jaaaaaaahhhhhh!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
danilisbeth Avatar

Von

Zwölf Kluftinger-Bände gelesen – und immer noch nicht die Nase voll? Mei, dann muss es Liebe sein! Ist es!!!

Ich bin 50, lese sehr viel und habe eine Schwäche für Krimis mit ordentlich Lokalkolorit. Und beim Allgäu werde ich sowieso schwach, jedes Jahr geht´s in den Urlaub mitten hinein. Bayern liebe ich, das Allgäu ganz besonders – wenn dann auch noch ein grantelnder Kommissar mit verschrobener Logik durch die Gegend stapft, bin ich eigentlich schon „allemitnand“ überzeugt.

Kluftinger begleitete ich mittlerweile schon durch 12 Bände. Ich kenne seine Art, Dinge zu sehen, seine sprachlichen Eigenkreationen und vor allem seine ganz spezielle Begabung, aus einer einfachen Situation ein mittelschweres Familienereignis zu machen. Kluftinger ist für mich einfach Mundart mit Mordlust – und genau diese Mischung liebe ich!

Die Leseprobe von „Blendwerk“ hat mich sofort wieder zum Schmunzeln gebracht. Schon die Namensakrobatik rund um Miyako, Yumiko und Kluftingers diversen kreativen Abkürzungen hat mich köstlich amüsiert. Bei ihm wird aus einer Schwägerin offenbar schnell mal eine Schwiegertochter, eine Dings oder sonst etwas, Hauptsache, man weiß ungefähr, wer gemeint ist.

Und dann kommt auch noch die KI ins Spiel. Künstliche Intelligenz trifft auf Kluftinger – das kann eigentlich nur eine herrliche Verwirrung geben. Wenn aus dem Eistobel plötzlich der „Icy Tobel“ wird, ist jedenfalls klar: Die Übersetzungs-KI hat noch einiges zu lernen. Oder Kluftinger. Vielleicht beide.

Besonders neugierig bin ich darauf, wie sich die scheinbar harmlose Familienunternehmung im Allgäu entwickelt. Miyako kommt aus Japan, nutzt KI, hat jede Menge Follower und interessiert sich ausgerechnet wegen einer koreanischen Serie für den Eistobel. Kluftinger hingegen hält lieber selbst einen Reiseführervortrag und ist überzeugt, dass seine Ausführungen spannender sind als Netflix. Selbstwertprobleme sind´s schon mal nicht, Klufti! Ich fürchte, da prallen nicht nur Kulturen, sondern ganze Generationen aufeinander.

Und natürlich möchte ich wissen, was hinter dem Titel „Blendwerk“ steckt. Denn bei einem Kluftinger-Krimi darf man vermutlich davon ausgehen: Was zunächst harmlos aussieht, ist es garantiert nicht. Und irgendwo zwischen Allgäuer Idylle, Familienchaos, Social Media und Serienfans dürfte der nächste Fall bereits lauern.

Ich möchte wieder mit Kluftinger ermitteln, mich über seine herrlich verschrobene Art amüsieren und dabei gedanklich durchs Allgäu wandern. 12 Bände habe ich geschafft – da wird Nummer 13 meine Hirnzellen und Bauchmuskeln ganz bestimmt auch trainieren.

Oder, um es mit Kluftinger zu sagen: „Jaja. Freilich.“

Ich bin jedenfalls bereit für Mord, Misstrauen und Mundart. Und wenn’s sein muss, auch für den Icy Tobel (saugut).

Und ich wäre so gerne Teil von „allmitnand“, die des lesen!

Da ich alle Bücher der Reihe in der Reihe im Regal stehen habe, wäre ein Printexemplar mein größter der möglichen Wünsche.