Content ist alles
„So läuft das halt im Internet, in der Anonymität wird der Mensch ganz schnell zum Wolf.“ (S. 138) Ausgerechnet bei einem Familienausflug zum Eistobel entdeckt Kommissar Kluftinger eine tote Influencerin. Zunächst vermutet er, dass sie – wie so viele andere – eine Szene aus einer Netflix-Serie nachstellen wollte und dabei abgestürzt ist. Doch schnell wird klar: Es war Mord! An Verdächtigen mangelt es Klufti und seinem Team nicht, denn die Tote hat sich nicht nur im Netz, sondern auch im echten Leben jede Menge Feinde gemacht. Allerdings lässt sich keinem von ihnen die Tat nachweisen.
Zusätzlich sorgt Kluftis Kollege Richie für reichlich Unmut im Team. Vom neuen Polizeipräsidenten zum Social-Media-Beauftragten der Kripo ernannt, filmt er ungefragt alles und jeden, um möglichst viel Content zu produzieren. Während Richie voll in seinem Element ist, fragt sich Hefele – ähnlich wie Kluftinger – zunehmend genervt: „Ermitteln wir eigentlich auch mal offline oder nur noch digital?“ (S. 225)
Auch privat bleibt Klufti wenig erspart: Im Gemeinderat muss er sich mit seinem Intimfeind Langhammer herumschlagen, der ihm prompt das Amt des dritten Bürgermeisters vor der Nase wegschnappt. Dazu kommen ein unerfreuliches Familiengeheimnis und ein Besuch, bei dem munter Fotos seiner Enkelin auf Instagram landen. Zerfix aber auch!
Auch der 14. Band der Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist wieder spannend, herrlich unterhaltsam und erstaunlich nah am Puls der Zeit. Denn so sehr Klufti sich bislang gegen die digitale Welt gesträubt hat, diesmal muss er sich intensiv mit Bloggern, Influencern sowie echten und gefälschten Accounts auseinandersetzen. Dabei erkennt er schnell, wie viel in dieser Welt inszeniert und geschönt wird und dass am Ende vor allem Klicks und Follower zählen. Seine Ernüchterung kann ich gut nachvollziehen. Besonders amüsiert hat mich in diesem Zusammenhang der geniale Seitenhieb auf den Meta-Konzern. Klufti mag zwar nicht immer auf der Höhe der Zeit sein, aber manchmal findet eben auch ein blindes Huhn ein Korn!
Für mich lebt die Reihe vor allem von Kluftis ruppiger Art, seinem herrlich unbeholfenen Umgang mit modernen Medien und seiner geradezu traumwandlerischen Sicherheit, in jedes Fettnäpfchen zu treten, das sich ihm bietet. Ihn bei seinen Ermittlungen ebenso wie in seinem turbulenten Privatleben zu begleiten, macht einfach Spaß. Dabei liebe ich besonders, wie menschlich und lebendig die Reihe bleibt: Man erlebt mit, wie Kluftingers Familie wächst, sich verändert und älter wird, während er selbst unverändert zu bleiben scheint ... Genau diese Mischung aus Kriminalfall, Alltagschaos und liebenswert-schrulligen Figuren macht für mich den besonderen Charme der Bücher aus.
„Blendwerk“ bietet einen unterhaltsamen Kriminalfall mit reichlich Gegenwartsbezug, bissigen Seitenhieben auf die Social-Media-Welt und jeder Menge Klufti-Momente zum Schmunzeln. Wer die Reihe mag, bekommt hier genau das, was sie so lesenswert macht: Spannung, Humor und einen Kommissar, der mit der modernen Welt hadert, dabei aber längst einen festen Platz im Herzen seiner Leserinnen und Leser hat.
Zusätzlich sorgt Kluftis Kollege Richie für reichlich Unmut im Team. Vom neuen Polizeipräsidenten zum Social-Media-Beauftragten der Kripo ernannt, filmt er ungefragt alles und jeden, um möglichst viel Content zu produzieren. Während Richie voll in seinem Element ist, fragt sich Hefele – ähnlich wie Kluftinger – zunehmend genervt: „Ermitteln wir eigentlich auch mal offline oder nur noch digital?“ (S. 225)
Auch privat bleibt Klufti wenig erspart: Im Gemeinderat muss er sich mit seinem Intimfeind Langhammer herumschlagen, der ihm prompt das Amt des dritten Bürgermeisters vor der Nase wegschnappt. Dazu kommen ein unerfreuliches Familiengeheimnis und ein Besuch, bei dem munter Fotos seiner Enkelin auf Instagram landen. Zerfix aber auch!
Auch der 14. Band der Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist wieder spannend, herrlich unterhaltsam und erstaunlich nah am Puls der Zeit. Denn so sehr Klufti sich bislang gegen die digitale Welt gesträubt hat, diesmal muss er sich intensiv mit Bloggern, Influencern sowie echten und gefälschten Accounts auseinandersetzen. Dabei erkennt er schnell, wie viel in dieser Welt inszeniert und geschönt wird und dass am Ende vor allem Klicks und Follower zählen. Seine Ernüchterung kann ich gut nachvollziehen. Besonders amüsiert hat mich in diesem Zusammenhang der geniale Seitenhieb auf den Meta-Konzern. Klufti mag zwar nicht immer auf der Höhe der Zeit sein, aber manchmal findet eben auch ein blindes Huhn ein Korn!
Für mich lebt die Reihe vor allem von Kluftis ruppiger Art, seinem herrlich unbeholfenen Umgang mit modernen Medien und seiner geradezu traumwandlerischen Sicherheit, in jedes Fettnäpfchen zu treten, das sich ihm bietet. Ihn bei seinen Ermittlungen ebenso wie in seinem turbulenten Privatleben zu begleiten, macht einfach Spaß. Dabei liebe ich besonders, wie menschlich und lebendig die Reihe bleibt: Man erlebt mit, wie Kluftingers Familie wächst, sich verändert und älter wird, während er selbst unverändert zu bleiben scheint ... Genau diese Mischung aus Kriminalfall, Alltagschaos und liebenswert-schrulligen Figuren macht für mich den besonderen Charme der Bücher aus.
„Blendwerk“ bietet einen unterhaltsamen Kriminalfall mit reichlich Gegenwartsbezug, bissigen Seitenhieben auf die Social-Media-Welt und jeder Menge Klufti-Momente zum Schmunzeln. Wer die Reihe mag, bekommt hier genau das, was sie so lesenswert macht: Spannung, Humor und einen Kommissar, der mit der modernen Welt hadert, dabei aber längst einen festen Platz im Herzen seiner Leserinnen und Leser hat.