Viel (privates) Drumherum
Nachdem ich bisher jeden einzelnen Kluftiger gelesen bzw. so ab Band 8/9 doch eher gehört habe, konnte ich natürlich an diesem 14. Band nicht vorbeigehen. Und dass "unser" Kluftinger hier, nach seinen doch eher etwas unbeholfenen Versuchen mit der digitalen Welt, die wir über die vorhergehenden Geschichten so mitbekommen haben, hier nun völlig in diesen Kosmos geworfen wird, hat mich dann doch auch sehr interessiert. Und gerade mit seiner ganz speziellen Art wird dieses Aufeinandertreffen nochmal zusätzlich (um ungefähr in der Welt des Social Media Wahnsinns zu bleiben) "iconic". Und auch all die anderen Charakter sind wieder wunderbar gezeichnet, man fühlt sich gleich wieder mittendrin statt nur dabei in der doch sehr liebgewonnenen Allgäuer-Atmosphäre. Leider ist es aber so, dass sich dieses "Dabei" hier sehr stark auf Kluftingers Privatleben außerhalb der Ermittlungen konzentriert. Klar ist es auch witzig ihn in seiner neuen Rolle als Gemeinderatsmitglied zu erleben oder mitzuverfolgen, wie es fast an Netflix verzweifelt. Aber das für trotz des Humors, den ich an diesen Büchern wirklich sehr gerne habe dazu, dass die Ermittlungen hinter all den Nebensträngen zurückbleiben. Und groß zu spoilern, fehlt dem Kriminalfall diesmal einfach dieses "Mitfiebern und Miträtseln können", das Spuren verfolgen und dann vielleicht auch einfach wieder verwerfen. Es geht alles so ungeheuer schnell, wenn es dann aufs Ende zu geht und dass ein einziger Kommentar von Erika ihn dann auf genau das, was er bisher komplett übersehen hat bringen soll, finde ich einfach schade.
Insgesamt eine wirklich unterhaltsame Geschichte, mit wie immer grandiosen Charakteren und dieser ganz bestimmten Art von Humor, die aber leider ihren Kern viel zu leicht in zu viel Privatem verliert und so irgendwie das Genre ein bisschen verfehlt.
Insgesamt eine wirklich unterhaltsame Geschichte, mit wie immer grandiosen Charakteren und dieser ganz bestimmten Art von Humor, die aber leider ihren Kern viel zu leicht in zu viel Privatem verliert und so irgendwie das Genre ein bisschen verfehlt.