Gefühlvoller Auftakt

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hersecretbooklove Avatar

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Blue Sparrow Girls war mein erstes Buch von Laura Willud und ich bin ohne große Erwartungen gestartet. Vielleicht war genau das mein Glück, denn ich wurde wirklich überrascht. Ich habe die Geschichte in kürzester Zeit durchgesuchtet, weil ich ständig wissen wollte, wie es mit Olive und Drew weitergeht. Dieses WG Chaos, der Nachbarschaftskrieg und dann ausgerechnet Gefühle für den Falschen zu entwickeln hat einfach Spaß gemacht und gleichzeitig ordentlich Herzschmerz geliefert.
Besonders mochte ich, wie nah sich alles angefühlt hat. Olive ist keine perfekte Heldin, sondern jemand, der trauert, zweifelt und trotzdem versucht, an ihren Träumen festzuhalten. Genau das hat sie für mich greifbar gemacht. Auch Drew hat Ecken und Kanten und zusammen haben die beiden eine Dynamik, die süß, knisternd und manchmal herrlich kompliziert ist.
Der Schreibstil hat mich total abgeholt. Emotional, aber nicht kitschig. Poetisch, aber nicht überladen. Ich konnte richtig in die Atmosphäre eintauchen und hatte permanent dieses Nashville Gefühl im Kopf, als würde im Hintergrund ständig ein Song laufen. Das Thema Songwriting war für mich stellenweise etwas intensiv, da hätte ich mir manchmal ein kleines bisschen weniger gewünscht, aber insgesamt hat es gut zur Geschichte gepasst.
Was mich nicht komplett überzeugt hat, war das Ende. Das sensible Annähern wurde für mein Empfinden etwas abrupt ins Drama gekippt und das Verzeihen zog sich dann ein wenig. Trotzdem konnte mich die Geschichte emotional packen und hat mich oft berührt.
Für mich ist Blue Sparrow Girls eine gefühlvolle, warmherzige Romance mit Humor, Musik und viel Herz. Keine perfekte Fünf Sterne Geschichte, aber definitiv eine, die ich gern gelesen habe und die mir noch eine Weile im Kopf bleibt.