Psychospiel über Blut und Rache

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Mit ihrem Psychothriller „Blut für Blut“ beweist Bestsellerautorin Anna Schneider bereits auf den ersten 53 Seiten ihr phänomenales Gespür für tiefgründige, psychologische Spannung. Schon das düstere, minimalistisch gestaltete Cover verströmt eine unterschwellige Bedrohung und fängt die isolierende Atmosphäre des Buches perfekt ein. Es deutet optisch an, dass die Abgründe hier hinter den scheinbar perfekten Fassaden einer wohlhabenden Familie lauern. Dieser starke visuelle Eindruck setzt sich in der eigentlichen Handlung nahtlos fort. Wir lernen die Fotografin Sophie Roth kennen, die nach einer manipulativen Beziehung versucht, ihr Leben neu zu ordnen. Ein vermeintlich lukrativer Auftrag, analoge Porträts der vermögenden Familie Grafinger anzufertigen, verwandelt sich für sie jedoch schnell in einen Albtraum. Anna Schneider baut die Geschichte geschickt auf zwei Zeitebenen auf, wobei besonders die kursiv gesetzten Kapitel sofort Raum für Spekulationen lassen. Schnell wird klar, dass Sophies traumatische Vergangenheit – die Nacht vor zwanzig Jahren, in der ihr Vater ermordet wurde – eng mit den aktuellen Ereignissen verwoben ist. Durch den flüssigen, bildhaften Schreibstil erlebt man Sophies wachsende Paranoia hautnah mit und weiß bald selbst nicht mehr, wer hier Freund oder Feind ist. Ein hervorragend konstruierter, rasanter Einstieg, der durch seine psychologische Tiefe extreme Lust auf das gesamte Buch macht.