Wenn die Vergangenheit plötzlich wieder vor der Linse steht …

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sandra96 Avatar

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Schon das Cover von "Blut für Blut" hat mich neugierig gemacht. Es wirkt düster, geheimnisvoll und gleichzeitig sehr reduziert – genau die Art von Cover, bei der ich sofort das Gefühl bekomme, dass sich dahinter eine Geschichte verbirgt, bei der nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Besonders passend finde ich, dass das Motiv etwas Unruhiges und Beklemmendes ausstrahlt. Es macht neugierig, ohne schon zu viel zu verraten.

Auch die Leseprobe hat mich direkt gepackt. Anna Schneiders Schreibstil empfinde ich als angenehm flüssig und gleichzeitig atmosphärisch dicht. Sie schafft es, eine unterschwellige Unruhe aufzubauen, ohne dafür ständig große Schockmomente zu benötigen. Gerade dieses Gefühl, dass hinter ganz alltäglichen Situationen etwas Bedrohliches lauern könnte, gefällt mir bei Thrillern besonders gut.

Sophie Roth finde ich als Hauptfigur sehr interessant. Sie hat bereits einiges hinter sich und versucht nach einer manipulativen Beziehung, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Dass sie ausgerechnet als Fotografin bei einer wohlhabenden Familie landet und dort auf etwas stößt, das mit dem Mord an ihrem Vater vor zwanzig Jahren zusammenhängt, finde ich einen richtig starken Ausgangspunkt. Sophie wirkt auf mich verletzlich, aber keineswegs schwach – vielmehr habe ich das Gefühl, dass in ihr viel mehr Stärke steckt, als sie selbst vielleicht gerade glaubt.

Besonders spannend finde ich die Verbindung zwischen ihrer Vergangenheit und der Gegenwart. Ein Auftrag, der zunächst wie eine Chance auf einen Neuanfang wirkt, entwickelt sich plötzlich zu etwas Bedrohlichem. Das Sophie sich verfolgt und beobachtet fühlt und dann auf einem entwickelten Foto ein Gesicht entdeckt, das sie niemals vergessen konnte, hat bei mir sofort dieses „Oh nein … was hat das zu bedeuten?“-Gefühl ausgelöst. Genau solche Momente machen für mich einen guten Psychothriller aus. Die Leseprobe lässt genügend Fragen offen, um mich unbedingt weiterlesen zu lassen.

Ich erwarte von "Blut für Blut" eine Geschichte über Familiengeheimnisse, Schuld, Rache und die Macht der Vergangenheit – und vor allem einen Thriller, bei dem man ständig überlegen muss, wem man eigentlich noch vertrauen kann. Besonders gespannt bin ich darauf, welche Geheimnisse die Familie Grafinger verbirgt und wie sie mit Sophies Vergangenheit verbunden ist. Auch die Frage, ob Sophie tatsächlich in Gefahr ist oder ob ihre eigenen Ängste sie manches vielleicht anders wahrnehmen lassen, finde ich unglaublich reizvoll.

Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen, weil die Leseprobe bei mir genau die richtige Mischung aus Neugier und Unbehagen ausgelöst hat. Ich möchte unbedingt herausfinden, was damals in jener Nacht wirklich passiert ist, warum ausgerechnet jetzt alles wieder ans Licht kommt und ob Sophie der Wahrheit näherkommt – oder sich damit selbst in große Gefahr bringt.