Der eigene Albtraum im Fotonegativ, entwickelt im Dunkeln, ans Licht gezerrt
Lange scheint sich Sophie Roth in eine Welt versteckt zu haben, die ihr nicht guttut, eine Kindheit in der etwas schreckliches passiert ist, 20 Jahre sind es schon her, doch vergessen wird es nie sein. Und dann eine Beziehung zu einem Mann der manipulativ und besitzergreifend ist. Doch ein Entfliehen scheint nicht so einfach wie sich Sophie das vorgestellt hat, schnell holt sie die Realität ein. War doch bei allem wenigstens ihre finanzielle Lage besser, sie arbeitet als Freie Fotografin, aber Aufträge lassen auf sich warten oder es gibt bessere Kollegen. Da erreicht sie eine seltsame E-Mail, sie soll eine vermögende Familie fotografieren, kann ihr nichts Besseres passieren oder wäre es besser gewesen sie hätte die Mail ignoriert und unter unseriös abgelegt. Holt sie nun ein, was vor 20 Jahren geschehen ist, seltsame Ereignisse reihen sich aneinander das beim Lesen regelrecht ein Gedankenkarussell entsteht und immer, wenn man einen Verdächtigen ausgemacht hat kommt es ganz anders, zeitweise hatte ich sogar das Gefühl was ist reell und was fiktiv. Das Buch ist in einer sehr flüssigen gut zu lesenden Schreibweise geschrieben, in den einzelnen Kapiteln geht es um die Geschichte vor 20 Jahren und das Leben im hier und jetzt, wobei man bei dem Kapitel was vor 20 Jahren geschehen ist sehr ins Rätzeln kommt, ich hatte schnell den Eindruck die Geschichte erzählt sich rückwärts. Zum Schluss gab es ein unerwartetes Ende, aber Lesen sie selbst. Einen absolut fesselnden Roman, der zeigt, dass Anna Schneider abseits ihrer Grenzfall-Reihe auch im psychologischen Spannungsgenre voll und ganz überzeugen kann. Liebe Grüße