Düster und spannend

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sheenasolskin Avatar

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Ich liebe Thriller, die nicht nur schnell und spannend sind, sondern eine richtig düstere Atmosphäre entwickeln. Die Geschichte spielt nicht einfach nur im Hier und Jetzt, sondern führt mich immer wieder zurück zu jener Nacht vor zwanzig Jahren, in der Sophies Vater brutal ermordet wurde. Diese Zeitsprünge haben mir unglaublich gut gefallen, weil ich dadurch immer mehr das Gefühl bekam, dass die Vergangenheit keineswegs abgeschlossen ist. Die Rückblicke in die Vergangenheit fand ich besonders beklemmend. Sie erzählen nicht einfach irgendeine alte Geschichte, sondern führen mich immer näher an das brutale Verbrechen heran, das Sophies Leben für immer verändert hat.

Dabei hat mir gefallen, dass die Vergangenheit nicht sofort vollständig erklärt wird. Stattdessen bekomme ich einzelne Puzzleteile. Erinnerungen, Hinweise, Bilder und Situationen setzen sich langsam zusammen.

Sophie fotografiert die Familie Grafinger zunächst scheinbar ganz harmlos. Doch als sie die entwickelten Bilder betrachtet, verändert sich plötzlich alles. Ein Gesicht, das sie nie vergessen konnte, taucht vor ihr auf und mit ihm kommen Erinnerungen zurück, die sie eigentlich längst hinter sich lassen wollte.

Sophie war für mich eine interessante Protagonistin. Sie ist eine Frau, die bereits einiges hinter sich hat und trotzdem versucht, wieder selbst über ihr Leben zu bestimmen.

Familie Grafinger hat bei mir dann für ordentlich Unbehagen gesorgt. Nach außen wirkt alles wohlhabend, kontrolliert und beinahe perfekt. Doch genau diese Fassade machte sie für mich so verdächtig. Ich mag Figuren, bei denen man nie genau weiß, was hinter ihrem Verhalten steckt und genau das gelingt Anna Schneider immer sehr gut.

Ich war beim Lesen immer wieder angespannt, misstrauisch und richtig unruhig. Der Schreibstil von Anna Schneider hat mir sehr gut gefallen. Ich fand ihn flüssig und spannend, dabei angenehm klar und nicht unnötig ausschweifend.

An einigen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Tempo gewünscht. Nicht jede Passage konnte mich gleichermaßen fesseln, und manche Entwicklungen empfand ich als etwas vorhersehbar. Ich habe vielen Figuren nicht wirklich getraut und genau das hat für mich wunderbar zum Thriller gepasst.

Fazit: „Blut für Blut“ ist für mich ein düsterer Thriller über Schuld, Erinnerungen, Rache und eine Vergangenheit, die sich nicht einfach begraben lässt.