Spannende Geschichte mit etwas schwächelndem Ende

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
buchgestapel Avatar

Von

Worum geht’s?
Fotografin Sophie kann es kaum glauben, als sie nach einer schwierigen Trennung einen Auftrag an Land zieht, der mit einem Mal alle ihre Probleme lösen könnte. Je mehr Zeit sie dann jedoch mit der Industriellenfamilie verbring, deren Familienporträts sie anfertigen soll, desto größer wird ihre Beklemmung – denn sie fühlt sich verfolgt, und wer auch immer ihr auf den Versen ist, darf auf keinen Fall erfahren, wer sie wirklich ist.


Meine Meinung:
Anna Schneider dürfte durch ihre Grenzfall-Reihe definitiv kein unbekannter Name sein, weshalb ich durchaus gespannt darauf war, ob sie auch in einem anderen Szenario eine spannende Geschichte zustande gebracht hat. Das war definitiv der Fall, auch wenn mich das Ende ehrlicherweise ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat.

Schreibstil und Aufbau der Geschichte haben mir grundsätzlich gefallen, man war relativ schnell direkt im Geschehen und konnte Sophie dabei begleiten, wie sie sich dem Auftrag und den ersten bedrohlich wirkenden Situationen nähert.

Durch die immer wieder eingestreuten Rückblenden erfährt man außerdem nach und nach mehr über ihre Kindheit und den Tod ihres Vaters, was durchaus nicht unwichtig für die Geschichte ist und gleichzeitig Spannung in die Handlung bringt.

Den Großteil der Geschichte über war ich definitiv mit Interesse dabei, da ich wirklich wissen wollte, wer hinter Sophie her ist und was es mit ihrer Vergangenheit auf sich hat. Ein wenig naiv fand ich sie stellenweise zwar schon dabei, zu einem ordentlichen Teil kann ich mir das mit ihren Kindheitstraumata aber durchaus erklären.

Wirklich schade fand ich daher tatsächlich auch nur die Auflösung, die zum einen unglaublich hektisch auf mich gewirkt hat, zum anderen aber leider auch viel zu einfache Lösungen für jahrzehntelang gehegten Hass anbietet. Insbesondere über Sophies Übersprunghandlung konnte ich schlussendlich nur den Kopf schütteln, da ich zwar grundsätzlich Mitleid mit ihr hatte, die Handlung und leider auch sie als Protagonistin in diesem Moment aber einfach ein riesiges Stück Glaubwürdigkeit eingebüßt haben.


Fazit:
Die Grundidee der Geschichte fand ich spannend, und auch den größten Teil der Umsetzung mochte ich beim Lesen gerne. Lediglich die Auflösung hat meine Begeisterung etwas revidiert, da ich mir eine elegantere Konstruktion und etwas weniger Hektik gewünscht hätte.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.