Toller Schreibstil, aber leider lückenhaftes Ende

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jille Avatar

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Ich muss (ein bisschen auch zu meiner Schande) gestehen, dass ich eine totale Cover-Käuferin bin. Ich kann mir meistens eh nicht so ganz merken, welches Buch jetzt von wem geschrieben wurde und nachdem die Titel irgendwie ( nach meinem persönlichen Empfinden) in den letzten Jahren immer unaussagekrätiger geworden sind, ist das nun das Auswahlkriterium meiner Wahl. Und hier haben wir es ja mit einem wirklich sehr eindrücklichen Cover zu tun, das auch mit einem grandiosen Farbschnitt abgerundet wird. Man spürt so wenig schon diese etwas düstere, beklemmende Atmosphäre. Was mich ( jetzt vorwiegend im Nachhinein) etwas verwirrt, ist die Tatsache, dass da "Roman" auf dem Cover steht, ich persönlich hätte es schon eher als Thriller eingeordnet, könnte jetzt aber auch nicht sagen, was einen Spannungsroman gegenüber einem Thriller ausmachen würde.
Auf alle Fälle hat mich der Schreibstil gleich gepackt, die Wechsel zwischen der Gegenwart und Vergangenheit bringen nochmals eine gewisse Dynamik in die Ereignisse, wobei ich damit eine kurze Gewöhnungsphase gebraucht habe. Insgesamt ist auch die Grundidee echt gut erdacht und in weiten Teilen auch gut umgesetzt. Leider verliert sich aber mit vorschreitender Handlung so ein wenig die Plausibilität, vieles wirkt gerade aufs Ende hin doch etwas zu sehr gewollt und konstruiert. Manches wird zwar sätzeweise eingeführt, dann aber einfach wieder fallen gelassen, andere Stränge wirken einfach für die Geschichte unnötig. Und leider lässt die Auflösung nach so vielen Seiten wirklich guter Spannung dann aber einfach zu viel offen. Warum z.B. wird 20 Jahre gewartet bis es zur "Blutrache" kommt ? Ich mag zwar offene Enden, die einen motivieren sich noch eigene Theorien auszudenken, aber hier bleiben irgendwie so viele Lücken, dass ich irgendwie das Gefühl hab mir die gesamte Geschichte selbst erdenken zu müssen.
Alles in allem ein spannendes Buch ( Genreeinordnung wie gesagt mMn. ungewiss), das auch auf alle Fälle ins Auge sticht, leider aber über den erzählerischen Verlauf sein Potential in zu vielen Handlungslöchern versenkt.