Wenn die Vergangenheit nicht los lässt

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leseclau Avatar

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Als „psychologischen Spannungsroman“ bezeichnet die Autorin selbst ihr erstes Buch außerhalb der „Grenzfall“-Reihe.

Spannend ist das Buch auf jeden Fall. Sophie flüchtet vor ihrem gewalttätigen Partner und hat vom ersten Moment an das Gefühl, verfolgt zu werden. Verdächtige für dieses Stalking gibt es im Verlauf viele, schließlich hat Sophie eine grausame Vergangenheit. Vor Jahren wurde ihr Vater ermordet, der Bruder ist tatverdächtig und sie musste als Kind darunter leiden, aus einer „Mörderfamilie“ zu stammen. Psychisch nicht gerade stabil versucht sie Fuß zu fassen in ihrem neuen Leben.

Ein überraschender Großauftrag als Fotografin führt sie direkt in ihre Vergangenheit. Anna Schneider nimmt uns auf drei Ebenen in den Fall mit. In der Gegenwart begleiten wir Sophie, wie sie zwischen Angst und Verzweiflung, Mut und Naivität durch ihr neues Leben irrt. Die Sicht der Vergangenheit blättert langsam die Tat vor 20 Jahren auf. Und dann ist da noch eine unbekannte Stimme, die einen großen Verlust beklagt. Bis die drei Stränge am Ende zusammenführen, werden viele falsche Fährten gelegt und wieder verworfen.

Als Leser tappt man erfreulich lange im Dunkeln. Ich hätte nicht jede Fährte gebraucht, auch das Erzähltempo hätte am Anfang flotter sein können.

Besonders sind für mich die jedem Abschnitt vorangestellten psychologischen Thesen, die gut in die nächsten Seiten einleiten. Und absolutes Highlight sind für mich Einbandgestaltung und Farbschnitt. Beides spiegelt die Stimmung im Buch wunderbar wider.