Zwischen Vergangenheit, Kontrolle und der Frage, wem man trauen kann
Mit "Blut für Blut" legt Anna Schneider ihren ersten psychologischen Pageturner außerhalb ihrer erfolgreichen »Grenzfall«-Reihe vor. Der 352 Seiten lange Thriller ist am 23. September 2026 bei S. Fischer erschienen. Für mich war es gleichzeitig das erste Buch der Autorin.
Worum geht's? Im Mittelpunkt der story steht Sophie Roth, die nach der Flucht aus einer manipulativen Beziehung versucht, sich mit Gelegenheitsjobs als Fotografin ein neues Leben aufzubauen. Ein Auftrag führt sie zur wohlhabenden Familie Grafinger, deren Mitglieder sie für analoge Porträts fotografieren soll. Doch schon bald verändert sich die Atmosphäre: Sophie fühlt sich beobachtet und verfolgt. Als sie die ersten entwickelten Fotografien betrachtet, taucht darauf ein Gesicht auf, das sie untrennbar mit einem traumatischen Ereignis ihrer Vergangenheit verbindet; dem Mord an ihrem Vater vor zwanzig Jahren.
Meine Meinung
Die Autorin verbindet im Buch mehrere klassische Thriller-Motive miteinander: eine Vergangenheit, die nicht abgeschlossen ist, eine Protagonistin, deren Wahrnehmung zunehmend verunsichert wird, und ein wohlhabendes Familienumfeld, hinter dessen Fassade sich möglicherweise mehr verbirgt, als zunächst sichtbar ist. Besonders interessant fand ich dabei, dass Sophie selbst bereits aus einer Situation kommt, in der Kontrolle und Manipulation eine Rolle gespielt haben. Es geht also nicht nur um die Frage, ob tatsächlich jemand hinter Sophie her ist, sondern auch darum, wie sehr eine belastende Vergangenheit die eigene Wahrnehmung prägen kann.
Die große Stärke des Buches liegt für mich eindeutig in seiner Atmosphäre. Schneider erzählt dicht und schafft eine Grundstimmung, in der selbst scheinbar alltägliche Situationen etwas Unbehagliches bekommen. Auch optisch passt das Buch zu dieser Stimmung. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, und auch der Farbschnitt ist sehr gelungen. Beides wirkt nicht wie eine bloße dekorative Ergänzung, sondern fügt sich für mich tatsächlich in die Atmosphäre des Thrillers ein.
Gleichzeitig ist "Blut für Blut" ein Buch, das sich ausgesprochen flüssig lesen lässt. Ich hatte es innerhalb weniger Tage beendet. Die Kapitel und die Handlung sorgen dafür, dass man immer noch ein Stück weiterlesen möchte, auch wenn schon lange Schlafenszeit wäre :D
Was mich aber leider nicht ganz überzeugt hat war die Auflösung.
Während ich die Geschichte bis dahin wirklich gerne gelesen habe, hatte ich gegen Ende das Gefühl, dass mir so ein richtiger Showdown gefehlt hat. Ja es gibt im Buch einen, aber irgendwie hat der mich von der Stimmung her nicht abgeholt. Die Geschichte bleibt damit für mich insgesamt gelungen, aber gerade am Ende wäre noch etwas mehr möglich gewesen.
Fazit
Trotz dieser Kritikpunkte hat mich "Blut für Blut" insgesamt gut unterhalten. Besonders die dichte Atmosphäre, das schnelle Erzähltempo und die Verbindung aus Vergangenheit, psychischer Belastung und gegenwärtiger Bedrohung haben für mich funktioniert. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
Worum geht's? Im Mittelpunkt der story steht Sophie Roth, die nach der Flucht aus einer manipulativen Beziehung versucht, sich mit Gelegenheitsjobs als Fotografin ein neues Leben aufzubauen. Ein Auftrag führt sie zur wohlhabenden Familie Grafinger, deren Mitglieder sie für analoge Porträts fotografieren soll. Doch schon bald verändert sich die Atmosphäre: Sophie fühlt sich beobachtet und verfolgt. Als sie die ersten entwickelten Fotografien betrachtet, taucht darauf ein Gesicht auf, das sie untrennbar mit einem traumatischen Ereignis ihrer Vergangenheit verbindet; dem Mord an ihrem Vater vor zwanzig Jahren.
Meine Meinung
Die Autorin verbindet im Buch mehrere klassische Thriller-Motive miteinander: eine Vergangenheit, die nicht abgeschlossen ist, eine Protagonistin, deren Wahrnehmung zunehmend verunsichert wird, und ein wohlhabendes Familienumfeld, hinter dessen Fassade sich möglicherweise mehr verbirgt, als zunächst sichtbar ist. Besonders interessant fand ich dabei, dass Sophie selbst bereits aus einer Situation kommt, in der Kontrolle und Manipulation eine Rolle gespielt haben. Es geht also nicht nur um die Frage, ob tatsächlich jemand hinter Sophie her ist, sondern auch darum, wie sehr eine belastende Vergangenheit die eigene Wahrnehmung prägen kann.
Die große Stärke des Buches liegt für mich eindeutig in seiner Atmosphäre. Schneider erzählt dicht und schafft eine Grundstimmung, in der selbst scheinbar alltägliche Situationen etwas Unbehagliches bekommen. Auch optisch passt das Buch zu dieser Stimmung. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, und auch der Farbschnitt ist sehr gelungen. Beides wirkt nicht wie eine bloße dekorative Ergänzung, sondern fügt sich für mich tatsächlich in die Atmosphäre des Thrillers ein.
Gleichzeitig ist "Blut für Blut" ein Buch, das sich ausgesprochen flüssig lesen lässt. Ich hatte es innerhalb weniger Tage beendet. Die Kapitel und die Handlung sorgen dafür, dass man immer noch ein Stück weiterlesen möchte, auch wenn schon lange Schlafenszeit wäre :D
Was mich aber leider nicht ganz überzeugt hat war die Auflösung.
Während ich die Geschichte bis dahin wirklich gerne gelesen habe, hatte ich gegen Ende das Gefühl, dass mir so ein richtiger Showdown gefehlt hat. Ja es gibt im Buch einen, aber irgendwie hat der mich von der Stimmung her nicht abgeholt. Die Geschichte bleibt damit für mich insgesamt gelungen, aber gerade am Ende wäre noch etwas mehr möglich gewesen.
Fazit
Trotz dieser Kritikpunkte hat mich "Blut für Blut" insgesamt gut unterhalten. Besonders die dichte Atmosphäre, das schnelle Erzähltempo und die Verbindung aus Vergangenheit, psychischer Belastung und gegenwärtiger Bedrohung haben für mich funktioniert. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.