Blutiger Winter

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annabas Avatar

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Inhaltsangabe:

Eine junge Frau, grausam zugerichtet, wird in den kirgisischen Wäldern aufgefunden. Kein einfacher Fall für Inspektor Borubaew, denn zunächst gibt es weder Hinweise auf die Identität der Toten, noch Spuren, die zum Mörder führen. War die Tote eine Prostituierte? Die Suche nach der Wahrheit führt den Inspektor vom Drogenmilieu in hohe politische Kreise und zurück zur russischen Mafia, und als er der Lösung näher kommt, wird es auch für ihn sehr gefährlich ...

Der erste Satz:

Frisches Blut hebt sich besonders lebhaft von Schnee ab.

Meine Meinung zum Buch:

Das war mal ein ganz anderes Leseerlebnis. Eine Mordermittlung in Kirgisistan, im tiefsten Winter, ein ganz spezieller Inspektor und ein tiefer Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse eines Staates, den ich bisher kaum auf der Landkarte hatte – das ist wirklich etwas Besonderes. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch gelesen habe.

Inspektor Borubaew ist ein Polizist, wie er mir bisher selten in Büchern begegnet ist. Seit kurzem verwitwet, muss er sein privates Päckchen tragen und zusätzlich einen perversen Mörder jagen, dem eine Tote noch nicht ausreicht. Ich mochte die kurzen Erinnerungsblitze, in denen wir mehr über seine Frau und ihre Krebserkrankung erfahren durften. Sie waren nicht zu ausführlich, dass sie vom Kriminalfall abgelenkt haben, aber doch ausführlich genug, um einen Eindruck davon zu bekommen, in welchem Gefühlszustand sich Borubaew befindet.

Es gibt außer Borubaew keine zweite Hauptperson, aber viele Nebenfiguren, die sehr authentisch wirken. Prostituierte, Drogenabhängige, Drogenschmuggler, Mafiaboss, Politiker, Pathologe, eine ganze Welt trifft sich bei Borubaews Ermittlungen und manchmal weiß man nicht mehr, wer jetzt zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Nicht immer ist der erste Eindruck der richtige, und das macht die Geschichte spannend.

Borubaew ist eine faszinierende Figur, und ich würde mich freuen, wenn wir noch mehr von ihm zu Lesen bekommen.

Zu lesen war das Buch leicht, auch wenn die Schilderung der Lebensumstände in Kirgisistan mir manchmal schwer im Magen lag. Es ist eine harte Realität, die aber nicht übertrieben oder mitleidheischend daher kommt. Der Autor bleibt immer sachlich und neutral, so ist eben die Welt und der kirgisische Winter, und jeder muss fürs Überleben sorgen – mit welchen Mitteln auch immer.