Düster und psychologisch packend
Die Leseprobe von Blutwild hat bei mir einen sehr intensiven und düsteren Eindruck hinterlassen und wirkt insgesamt handwerklich sicher und gut durchdacht. Der Schreibstil ist klar und bildhaft, stellenweise hart, aber nicht reißerisch. Die Gewalt wirkt gezielt eingesetzt und unterstützt Atmosphäre und Figurenzeichnung. Die Spannung entsteht weniger durch schnelle Action, sondern vor allem durch psychische Enge, Trauma und das Gefühl einer permanenten Bedrohung. Besonders die Hauptfigur Anka empfinde ich als sehr glaubwürdig: verletzlich, aber kompetent, und stark von ihrer Vergangenheit geprägt. Die Gegenseite bleibt zunächst unklar, was das Unbehagen zusätzlich verstärkt und neugierig macht. Insgesamt erwarte ich einen psychologischen Thriller, der eher verstört als „unterhält“ und gerade deshalb Lust darauf macht, weiterzulesen.