Grausame Erinnerung, präzise Sprache, verstörende Bilderwelten.

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fönbo Avatar

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Dieser Text packt einen sofort, weil er ohne Umwege in körperliche Nähe und seelische Enge zwingt.

Der Schreibstil ist hart, detailreich und unerbittlich, dabei erstaunlich kontrolliert, sodass das Grauen nie effekthascherisch wirkt.

Die Szene zwischen Vater und Sohn brennt sich ein, weil Macht, Demütigung und Gewalt hier ganz nüchtern und alltäglich erscheinen. Mit Anka wechselt der Fokus zu einer Figur, deren innere Zerrissenheit den Ermittlungsstrang emotional auflädt und glaubwürdig trägt.

Inhaltlich geht es weniger um bloßen Schock als um Trauma, Erinnerung und die Frage, wie lange Täter über ihre Opfer verfügen können.

Die Sprache bleibt dabei klar und schnörkellos, was die drastischen Bilder umso schwerer erträglich macht.

Das Cover von "Blutwild" greift diese Stimmung auf, indem es Jagd, Blut und Bedrohung assoziiert, ohne zu viel preiszugeben.