Beeindruckend und beängstigend

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chrischid Avatar

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Eine Entführung vor sechs Jahren hat bei Anka psychische wie physische Spuren hinterlassen, sogar den Polizeidienst hat sie quittiert. Plötzlich befindet sie sich erneut in ebenjener Hölle von damals, und das nicht nur in ihrem Kopf, sondern ziemlich real. Ihr Peiniger möchte nun endlich sein Werk vollenden … Kann es Anka gelingen, ihm noch einmal zu entkommen?

Erzählt wird auf unterschiedlichen Zeitebenen, was durchaus Sinn ergibt, da die damaligen Ereignisse eng mit der Gegenwart verknüpft sind. Zudem geht es hin und wieder noch weiter zurück, denn auch die Hintergründe des Täters sollen nicht vollends im Dunkeln bleiben. Auch wenn man seine Gedanken und Emotionen durchaus nachvollziehen kann, so bleibt es letztlich aber doch absolut unvorstellbar, wie jemand zu einem solch perfiden Vorgehen fähig sein kann.

Leser beziehungsweise Hörer dürfen keinesfalls schwache Nerven haben, denn die Darstellungen gehen unter die Haut. Die Präzision, mit der die Autorin hier beschreibt, ist beeindruckend und gleichzeitig beängstigend. Schließlich lässt sie so Bilder entstehen, wie sie vermutlich nicht einmal in den schlimmsten Alpträumen vorkommen. Zumindest bisher.

Das Tempo wird durchweg hoch gehalten und das Geschehen ist immer in Bewegung, wie auch die Hauptprotagonisten. Allerdings erhält man durch mehr oder minder kleinere Begebenheiten recht schnell einen Einblick in die Denkmuster des Täters, wodurch es nicht mehr allzu schwer ist, ihn zu durchschauen. Ebenso nimmt die Handlung immer wieder Abzweigungen, bei denen schon im Voraus klar ist, dass sie wieder am Ausgangspunkt landen. Ein paar Schleifen weniger hätten es entsprechend auch getan.

Alles in allem ein solides Thriller-Debüt, mit kleineren Kritikpunkten, das Leser wie Hörer fesselt, fasziniert und gleichzeitig abstößt. In der Hörfassung großartig interpretiert von Verena Wolfien, der es gelingt, sämtliche Emotionen spürbar zu machen. Wut, Angst, Hatz, Erkennen, und so vieles mehr.