Nichts für schwache Nerven

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eosxo Avatar

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Ich muss sagen, dass ich einige Zeit gebraucht habe, um in das Buch zu finden. Das liegt zum einen daran, dass ich zur Hauptfigur Anka keinen Zugang gefunden habe. Ich fand ihre Wahrnehmungen, die aufgrund des erlebten Traumas nicht immer der Realität entsprechen, gerade zu Beginn einfach nervig, zu oft, zu vorhersehbar. Zum anderen fand ich die Wendungen und Ereignisse im erste Drittel überzogen, Ankas Reaktionen – und auch die anderer Charaktere - unglaubwürdig.

Was mich am Anfang genervt hat, hat mich nach dem ersten Drittel nicht schlafen lassen – ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und habe das Buch nach dem überwundenen ersten Drittel nicht mehr aus der Hand legen können. Eine Wendung jagt die nächste und nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, war es genau das, was ich besonders fand und mir gefallen hat.

So manche Szene ist definitiv nichts für schwache Nerven. Der Täter ist schon ein schweres Kaliber, entsprechend seine Taten – die sehr anschaulich und detailliert beschrieben werden. Dessen sollte man sich bewusst sein. Wer Thriller/Krimis liest, hat sich in der Regel darauf eingestellt, aber „Blutwild“ hat es schon in sich. Auch wenn ich mit Anka bis zum Ende nicht warm geworden bin, hat zum Schluss vieles Sinn ergeben und war einfach rund. Das hat dazu geführt, dass ich das Buch am Ende zufrieden zuklappen konnte und doch ganz froh war, nicht zu früh aufgegeben zu haben.