Jede Geschichte fordert ein Opfer!

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c.surbeck Avatar

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Düster, raffiniert und hochmeta: Die Leseprobe entfaltet von der ersten Seite an eine beklemmende Sogwirkung. Die Idee eines Serienmörders, der Grimms Märchen als Blaupause für reale Morde nutzt – und eine entführte Autorin zwingt, diese Geschichten zu schreiben –, ist ebenso grausam wie originell. Besonders stark ist das Wechselspiel zwischen Katie, die um ihr Leben schreibt, und Detective Lyla Rondell, die allmählich begreift, dass auch sie Teil einer perfiden Erzählung ist.
Alexandra Benedict spielt gekonnt mit Motiven von Kontrolle, Schuld und Identität. Die Märchenreferenzen sind nicht bloß Effekt, sondern tragen zur psychologischen Tiefe des Thrillers bei. Die persönliche Verstrickung Lylas verleiht der Handlung zusätzlich emotionale Wucht und lässt die Grenze zwischen Fiktion und Realität zunehmend verschwimmen.
Die Leseprobe verspricht einen intelligent konstruierten Thriller, der nicht nur durch Spannung, sondern auch durch erzählerische Cleverness überzeugt – ein modernes Märchen, in dem der böse Wolf allgegenwärtig ist und niemand sicher sein kann, ob er Leser oder bereits Figur ist.