Leseeindruck in drei Worten: makaber - clever - düster!

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jane.bookish Avatar

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Der Einstieg ist ja mal so gar nicht unangenehm – nicht. Eine Autorin wacht eingesperrt auf, allein im Wald, mit Schreibmaschine, Papier und einer klaren Ansage: Schreib – oder jemand stirbt. Das Märchenmotiv ist ebenfalls sofort da, aber verdreht, grausam und ziemlich perfide.
Besonders stark ist die Idee, dass Worte hier echte Konsequenzen haben. Was sonst Fiktion ist, wird plötzlich tödlich. Die zweite Ebene mit den „Opfern“ im Märchensetting (Aschenputtel, Rotkäppchen etc.) verstärkt dieses Gefühl von Kontrollverlust enorm.
Der Stil ist bildreich, böse und stellenweise leicht verspielt – was eine interessante, leicht verstörende Mischung ergibt.

Unterm Strich: scheinbar ein düsterer, clever konstruierter Thriller mit starkem Konzept, der Märchenromantik neu interpretiert und daraus etwas sehr Unheimliches macht.