Märchen, die Angst machen

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nardidyana Avatar

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Schon nach den ersten Seiten der Leseprobe war mir klar, dass Böser, böser Wolf kein gewöhnlicher Thriller ist. Die Idee, eine Autorin zur Gefangenen zu machen und sie zu zwingen, mörderische Märchen zu schreiben, ist gleichzeitig originell und extrem beklemmend. Man sitzt beim Lesen ständig mit diesem Gefühl da, dass Worte hier wirklich tödlich sein können – und genau das macht die Geschichte so spannend.
Der Schreibstil hat mich sofort gepackt: düster, leicht ironisch, manchmal fast spielerisch – und gerade deshalb so unheimlich. Besonders die Märchenmotive, die immer wieder auftauchen (Rotkäppchen, Aschenputtel, Schneewittchen), wirken nicht nostalgisch, sondern verdreht und grausam. Das kennt man, aber eben nicht so.
Die Figuren wirken erstaunlich lebendig, vor allem Katie, die mit Angst, Schuld und ihrem eigenen Beruf kämpft. Dass sie als Autorin plötzlich selbst Teil einer Geschichte wird, die sie nicht kontrolliert, fand ich richtig stark. Auch die Ermittlerin Lyla macht neugierig, weil ihre persönliche Vergangenheit langsam in den Fall hineinzieht.
Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, dass sich hier etwas Größeres zusammenbraut, ein Spiel zwischen Täter, Opfer und Geschichten selbst. Nach diesem Einstieg möchte ich unbedingt weiterlesen, weil ich wissen will, wie weit dieses grausame Märchen noch geht – und ob man dem Wolf überhaupt entkommen kann.