starke, kreative Thriller-Leseprobe mit einer klaren Handschrift.
Diese Leseprobe ist ungewöhnlich, düster und von Beginn an sehr eigenständig. Böser, böser Wolf hebt sich klar von klassischen Thrillern ab, vor allem durch die raffinierte Verbindung von Märchenmotiven mit einem modernen Serienkiller-Szenario.
Der Einstieg ist stark. Eine Autorin wird entführt und gezwungen, tödliche Märchen zu schreiben, die ein Unbekannter in die Realität umsetzt. Diese Idee ist nicht nur originell, sondern auch beunruhigend konsequent durchgezogen. Besonders gelungen ist der direkte, fast spielerische Umgang mit der Leserrolle, die im Prolog bewusst mitverantwortlich gemacht wird. Das erzeugt sofort Nähe und ein leicht unangenehmes Gefühl, das gut zum Ton des Romans passt.
Atmosphärisch überzeugt der Text sehr. Der Wald, das abgelegene Haus, die verschlossenen Räume und die Katzenklappen als Kommunikationswege schaffen ein beklemmendes Setting, das lange nachwirkt. Die Sprache ist bildhaft, stellenweise poetisch, dann wieder hart und grausam. Man merkt, dass hier viel mit Symbolik, Märchenlogik und literarischen Anspielungen gearbeitet wird, ohne dass es gekünstelt wirkt.
Auch die Figuren sind interessant angelegt. Katie als Autorin ist verletzlich, reflektiert und glaubwürdig, ihre innere Zerrissenheit zwischen moralischem Widerstand und purem Überlebenswillen trägt die Handlung. Mit Detective Inspector Lyla Rondell kommt zudem eine Ermittlerin ins Spiel, die Ecken, Tiefe und eine eigene Vergangenheit hat. Die Verknüpfung ihrer Geschichte mit den Märchenmotiven wirkt durchdacht und macht neugierig auf den weiteren Verlauf.
Kleine Abzüge gibt es für die Dichte des Textes. Die vielen Perspektivwechsel, Gedankenströme und Anspielungen verlangen Konzentration und sind nicht immer leicht zu lesen. Wer einen schnellen, geradlinigen Thriller erwartet, könnte sich stellenweise überfordert fühlen. Außerdem ist die Brutalität zwar meist psychologisch, aber dennoch nicht ohne und sicher nicht für jede Leserschaft geeignet.
Insgesamt ist Böser, böser Wolf eine starke, kreative Thriller-Leseprobe mit einer klaren Handschrift. Düster, intelligent und unangenehm im besten Sinne. Ich bin sehr gespannt, wie konsequent der Roman diese Idee weiterführt.
Der Einstieg ist stark. Eine Autorin wird entführt und gezwungen, tödliche Märchen zu schreiben, die ein Unbekannter in die Realität umsetzt. Diese Idee ist nicht nur originell, sondern auch beunruhigend konsequent durchgezogen. Besonders gelungen ist der direkte, fast spielerische Umgang mit der Leserrolle, die im Prolog bewusst mitverantwortlich gemacht wird. Das erzeugt sofort Nähe und ein leicht unangenehmes Gefühl, das gut zum Ton des Romans passt.
Atmosphärisch überzeugt der Text sehr. Der Wald, das abgelegene Haus, die verschlossenen Räume und die Katzenklappen als Kommunikationswege schaffen ein beklemmendes Setting, das lange nachwirkt. Die Sprache ist bildhaft, stellenweise poetisch, dann wieder hart und grausam. Man merkt, dass hier viel mit Symbolik, Märchenlogik und literarischen Anspielungen gearbeitet wird, ohne dass es gekünstelt wirkt.
Auch die Figuren sind interessant angelegt. Katie als Autorin ist verletzlich, reflektiert und glaubwürdig, ihre innere Zerrissenheit zwischen moralischem Widerstand und purem Überlebenswillen trägt die Handlung. Mit Detective Inspector Lyla Rondell kommt zudem eine Ermittlerin ins Spiel, die Ecken, Tiefe und eine eigene Vergangenheit hat. Die Verknüpfung ihrer Geschichte mit den Märchenmotiven wirkt durchdacht und macht neugierig auf den weiteren Verlauf.
Kleine Abzüge gibt es für die Dichte des Textes. Die vielen Perspektivwechsel, Gedankenströme und Anspielungen verlangen Konzentration und sind nicht immer leicht zu lesen. Wer einen schnellen, geradlinigen Thriller erwartet, könnte sich stellenweise überfordert fühlen. Außerdem ist die Brutalität zwar meist psychologisch, aber dennoch nicht ohne und sicher nicht für jede Leserschaft geeignet.
Insgesamt ist Böser, böser Wolf eine starke, kreative Thriller-Leseprobe mit einer klaren Handschrift. Düster, intelligent und unangenehm im besten Sinne. Ich bin sehr gespannt, wie konsequent der Roman diese Idee weiterführt.