Schade, mehr Mystery als Thriller

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Ich mag Mystery oder Fantasy in Thrillern eigentlich nicht – außer, ich weiß es vorher. Genau das war hier mein größter Stolperstein. Nichts hat für mich darauf hingedeutet, dass sich die Geschichte in diese Richtung entwickelt, und entsprechend hatte ich erst einmal eine deutliche „Was soll jetzt der Kack?“-Phase.
Hätte ich das im Vorfeld gewusst, wäre mir dieser Bruch beim Lesen erspart geblieben.

Ich habe dann ein paar Seiten gebraucht, um mich wieder auf die Geschichte einzulassen und meine Erwartungen neu zu justieren. Und genau das hat sich gelohnt. Sobald ich akzeptiert hatte, wohin die Reise geht, hat mich das Buch richtig gut unterhalten.

Die Geschichte spielt gekonnt mit Realität und Wahrnehmung. Bis zum Ende bleibt unklar, was – oder wer – überhaupt real ist und vor allem, was oder wer letztlich für die Morde verantwortlich ist. Dieses permanente Hinterfragen hat eine ganz eigene Spannung erzeugt. Ein kleines bisschen hat mich das sogar an Tintenherz erinnert – dieses Gefühl, dass Geschichten mehr Macht haben könnten, als man zunächst denkt.

Unterm Strich: kein klassischer Thriller, sondern einer mit deutlichem Mystery-Anteil. Wer das mag, bekommt hier eine klare Leseempfehlung von mir. Wer – so wie ich – damit eher fremdelt, sollte es vorher wissen, kann dann aber trotzdem sehr gut abgeholt werden.