Trauma-Verarbeitung und kreativer Krimi besonderer Art

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Auf mehreren Erzählsträngen geht es um bizarr inszenierte Morde in der Gegenwart, geschrieben von der unfreiwillig eingesperrten Autorin Katie T. Hexen nach Motiven aus bekannten Grusel-Märchen der Gebrüder Grimm. Ihre modernen Fassungen dienen dem Serienmörder, dem Grimm-Ripper, als grobe Vorlage für seine tatsächlich durchgeführten Morde in immer schnellerer Abfolge. Thematisiert werden bei dieser Geiselnahme ihre Schutzmechanismus zur psychischen Bewältigung ihrer Todesangst und totalen Abhängigkeit. Mit seiner Wolf-Maske steht der Mörder für das dunkle Element in jedem Menschen.
Zwischen Realität, Magie und Fiktion sorgt auf weiteren Erzählebenen Detective Inspector Lyla Rondell für Aufklärung. Sie versucht gleichzeitig, ihr Trauma im Zusammenhang mit dem Verschwinden ihrer besten Freundin Allison vor 25 Jahren zu bewältigen. Als erfolgreiche Queer-Heldinnen avancieren diese beiden fiktiven Protagonisten schließlich.
Der Thriller wechselt unregelmäßig in den Fantasy-Bereich, auch gekoppelt an die kindliche Feengeschichte mit der Zahnfee Schreckensbeer rund um den ausgefallenen Milchzahn, der einen mit Bedacht gewählten Wunsch erfüllt. Mit einer Kreatur wie Colt Pixie verarbeitet die Autorin auch eine Figur aus der englischen Folklore in Südengland und Südwestengland. Die mysteriöse Pilz- und Kräuterfrau Mellicent Farling spricht ebenfalls in Rätseln und sorgt dabei gleichzeitig für kreative, hintergründige Twists.
Diese kreative Mischung aus Krimi und Autofiktion, inspiriert von gängigen Märchen, liest sich spannend.