Was, wenn eine starke Idee sich selbst im Weg steht?

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leseliebe_sandra Avatar

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Böser, böser Wolf startete für mich düster, spannend und richtig vielversprechend. Die Atmosphäre war beklemmend, die Umsetzung zu Beginn sehr gelungen und die Grundidee der neu interpretierten Märchenmorde hat mich sofort gepackt.
Besonders die Charaktere konnten mich überzeugen. Katie, Lyla und Jimmy waren sympathisch, greifbar und haben es mir leicht gemacht, mit ihnen mitzugehen. Umso enttäuschender war es für mich, dass das Buch mich im weiteren Verlauf verloren hat.
Ab dem zweiten Teil wurde die Geschichte zunehmend wirrer. Der plötzliche starke Fokus auf Fantasy-Elemente – magische Zähne, eine Zahnfee und andere übernatürliche Aspekte – kam für mich unerwartet und passte nicht zu dem Thriller, den ich zu Beginn gelesen habe. Dieser Bruch hat für mich die Spannung deutlich geschwächt.
Das Tempo empfand ich insgesamt als in Ordnung, stellenweise hätte es etwas straffer sein dürfen, war aber nicht das Hauptproblem. Vielmehr war es der Richtungswechsel der Geschichte, der für mich die starke Ausgangsidee leider kaputt gemacht hat.
Mit der Erwartung eines düsteren, realistischen Thrillers – ähnlich packend wie Das mörderische Christmas Puzzle – konnte dieses Buch für mich leider nicht mithalten. Eine gute Idee, tolle Figuren, aber eine Entwicklung, die mich persönlich nicht überzeugt hat.