Es braucht ein wenig zu Beginn
In einer Welt, die von zerstörerischen Stürmen beherrscht wird und in der zwischen Menschen und dem Mervolk seit Generationen tiefes Misstrauen herrscht, kämpft die junge Speerfischerin Tavi täglich ums Überleben. Seit ihre Eltern verbannt wurden, weil sie einem Nachfahren des Mervolkes geholfen haben sollen, versucht sie verzweifelt herauszufinden, was wirklich mit ihnen geschehen ist. Als sie eines Tages ein geheimnisvolles Stück Seeglas findet, verändert sich ihr Leben schlagartig. Die uralte Macht, die darin verborgen liegt, geht auf sie über und macht sie zur Zielscheibe gefährlicher Feinde. Auf ihrer Flucht muss sie ausgerechnet mit Eero zusammenarbeiten, einem Nachfahren des Mervolkes, dem sie eigentlich voller Vorurteile begegnet. Doch je mehr Geheimnisse ans Licht kommen, desto deutlicher wird, dass ihre Schicksale enger miteinander verwoben sind, als beide ahnen.
Die Geschichte von "Born of Salt and Storm" hat mich ehrlich gesagt erst einmal etwas kämpfen lassen. Ich habe relativ lange gebraucht, um wirklich in die Welt hineinzufinden, weil am Anfang unglaublich viele neue Begriffe, Hintergründe und Zusammenhänge auf einen einprasseln. Gerade die ersten Kapitel waren für mich dadurch stellenweise ziemlich fordernd und teilweise auch etwas zäh. Es ist für mich eher High Fantasy mit komplexem Worldbuilding und einer sehr eigenen Mythologie – teilweise fast schon ein bisschen zu viel für meinen persönlichen Geschmack. Ich musste mir wirklich Zeit nehmen, um alles zu verstehen und die Welt richtig greifen zu können, was meine anfängliche Lesefreude leider etwas gedämpft hat.
Aber: Sobald ich einmal richtig angekommen war, hat mich das Buch abgeholt. Besonders ab der zweiten Hälfte wurde die Geschichte unglaublich spannend. Die vielen Geheimnisse, Wendungen und Enthüllungen waren wirklich gut aufgebaut und wirkten durchdacht. Immer wieder gab es Momente, in denen sich neue Zusammenhänge eröffnet haben.
Gerade die Verbindung zwischen Tavi und Eero fand ich sehr interessant, weil sie nicht nur emotional wichtig war, sondern auch eng mit der gesamten Welt und ihren Konflikten zusammenhing. Dieses langsame Aufbrechen von Vorurteilen und Misstrauen wurde überzeugend dargestellt, ohne zu kitschig zu wirken.
Tavi mochte ich als Protagonistin wirklich gerne. Sie ist mutig, eigensinnig und jemand, der sich nicht unterkriegen lässt, obwohl ihr Leben von Verlust, Angst und Unsicherheit geprägt ist. Sie wirkt mMn. greifbar und emotional nachvollziehbar.
Mit Eero hatte ich dagegen etwas mehr Schwierigkeiten. Ich mochte seine Rolle grundsätzlich und fand die Dynamik zwischen ihm und Tavi spannend, aber insgesamt blieb er, wie auch die anderen Charaktere, etwas zu blass. Ich hätte mir mehr Tiefe, mehr Hintergrund und generell mehr Profil gewünscht, weil viele Figuren Potenzial hatten, das meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft wurde.
Was mich dafür umso mehr beeindruckt hat, war die Atmosphäre. Der Schreibstil von Sophia Reynard ist unglaublich bildhaft, detailreich und sehr mythisch. Dieses Sagenumwobene der Geschichte kommt extrem gut rüber. Man spürt förmlich die Dunkelheit des Meeres, die Bedrohung der Stürme und diese permanente Gefahr, die über allem schwebt. Gerade die Beschreibungen der tosenden See oder der unheimlichen Stimmung hatten teilweise wirklich etwas Gänsehautartiges. Die Welt fühlt sich rau, düster und lebendig an, was für mich definitiv eine der größten Stärken des Buches war.
Mit dem allwissenden Erzähler bin ich persönlich allerdings nicht ganz warm geworden. Ich merke immer wieder, dass ich Geschichten meist intensiver finde, wenn sie näher an einer einzelnen Perspektive bleiben. Hier hat mich die Distanz manchmal ein bisschen aus dem Geschehen herausgebracht, obwohl sie natürlich auch geholfen hat, die komplexe Welt besser zu verstehen.
Fazit
Insgesamt war "Born of Salt and Storm" für mich ein Buch mit kleinen Schwächen, aber gleichzeitig auch mit einer starken Atmosphäre und einer spannenden, durchdachten Geschichte.
Die Geschichte von "Born of Salt and Storm" hat mich ehrlich gesagt erst einmal etwas kämpfen lassen. Ich habe relativ lange gebraucht, um wirklich in die Welt hineinzufinden, weil am Anfang unglaublich viele neue Begriffe, Hintergründe und Zusammenhänge auf einen einprasseln. Gerade die ersten Kapitel waren für mich dadurch stellenweise ziemlich fordernd und teilweise auch etwas zäh. Es ist für mich eher High Fantasy mit komplexem Worldbuilding und einer sehr eigenen Mythologie – teilweise fast schon ein bisschen zu viel für meinen persönlichen Geschmack. Ich musste mir wirklich Zeit nehmen, um alles zu verstehen und die Welt richtig greifen zu können, was meine anfängliche Lesefreude leider etwas gedämpft hat.
Aber: Sobald ich einmal richtig angekommen war, hat mich das Buch abgeholt. Besonders ab der zweiten Hälfte wurde die Geschichte unglaublich spannend. Die vielen Geheimnisse, Wendungen und Enthüllungen waren wirklich gut aufgebaut und wirkten durchdacht. Immer wieder gab es Momente, in denen sich neue Zusammenhänge eröffnet haben.
Gerade die Verbindung zwischen Tavi und Eero fand ich sehr interessant, weil sie nicht nur emotional wichtig war, sondern auch eng mit der gesamten Welt und ihren Konflikten zusammenhing. Dieses langsame Aufbrechen von Vorurteilen und Misstrauen wurde überzeugend dargestellt, ohne zu kitschig zu wirken.
Tavi mochte ich als Protagonistin wirklich gerne. Sie ist mutig, eigensinnig und jemand, der sich nicht unterkriegen lässt, obwohl ihr Leben von Verlust, Angst und Unsicherheit geprägt ist. Sie wirkt mMn. greifbar und emotional nachvollziehbar.
Mit Eero hatte ich dagegen etwas mehr Schwierigkeiten. Ich mochte seine Rolle grundsätzlich und fand die Dynamik zwischen ihm und Tavi spannend, aber insgesamt blieb er, wie auch die anderen Charaktere, etwas zu blass. Ich hätte mir mehr Tiefe, mehr Hintergrund und generell mehr Profil gewünscht, weil viele Figuren Potenzial hatten, das meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft wurde.
Was mich dafür umso mehr beeindruckt hat, war die Atmosphäre. Der Schreibstil von Sophia Reynard ist unglaublich bildhaft, detailreich und sehr mythisch. Dieses Sagenumwobene der Geschichte kommt extrem gut rüber. Man spürt förmlich die Dunkelheit des Meeres, die Bedrohung der Stürme und diese permanente Gefahr, die über allem schwebt. Gerade die Beschreibungen der tosenden See oder der unheimlichen Stimmung hatten teilweise wirklich etwas Gänsehautartiges. Die Welt fühlt sich rau, düster und lebendig an, was für mich definitiv eine der größten Stärken des Buches war.
Mit dem allwissenden Erzähler bin ich persönlich allerdings nicht ganz warm geworden. Ich merke immer wieder, dass ich Geschichten meist intensiver finde, wenn sie näher an einer einzelnen Perspektive bleiben. Hier hat mich die Distanz manchmal ein bisschen aus dem Geschehen herausgebracht, obwohl sie natürlich auch geholfen hat, die komplexe Welt besser zu verstehen.
Fazit
Insgesamt war "Born of Salt and Storm" für mich ein Buch mit kleinen Schwächen, aber gleichzeitig auch mit einer starken Atmosphäre und einer spannenden, durchdachten Geschichte.