Stürmisches Debüt mit ganz eigener Atmosphäre

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helen_wlm Avatar

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In “Born of Salt and Storm“ von Sophia Reynard begleiten wir die Speerfischerin Tavi, deren Leben sich schlagartig verändert, als sie einen geheimnisvollen Fund aus dem Meer macht. Plötzlich steht sie im Fokus gefährlicher Mächte und muss fliehen, ausgerechnet mit jemandem an ihrer Seite, dem sie eigentlich misstrauen müsste. Viel mehr möchte ich zur Handlung gar nicht sagen, um nichts vorwegzunehmen.

Schon das Äußere des Buches ist ein echtes Highlight. Gerade die Gestaltung mit Farbschnitt passt perfekt zur Geschichte und fängt diese raue, maritime Stimmung wunderbar ein.
Auch inhaltlich konnte mich das Buch überzeugen. Man spürt die Liebe zum Detail und den Wunsch, eine ganz eigene Welt zu erschaffen, und dafür macht die Autorin wirklich einen richtig guten Job. Vor allem, da es ihr Debütroman ist.

Besonders gefallen hat mir das Setting. Das Meer, alte Legenden und verschiedene Völker stehen klar im Mittelpunkt und sorgen für eine dichte, fast greifbare Atmosphäre. Das Worldbuilding nimmt sich Zeit, was ich einerseits mochte, weil die Welt dadurch lebendig wirkt, andererseits braucht man am Anfang etwas Geduld, um komplett hineinzufinden.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und teilweise fast poetisch, ohne dabei schwer zu wirken. Gerade die Beschreibungen der Küsten, Stürme und Mythen bleiben im Kopf. Die Geschichte liest sich insgesamt flüssig, auch wenn sie sich stellenweise eher ruhig entwickelt.

Tavi als Hauptfigur fand ich spannend. Sie ist stark, eigenwillig, aber nicht perfekt. Sie trifft nicht immer die klügsten Entscheidungen, was sie für mich gleichzeitig authentischer gemacht hat. Auch Eero bringt durch seine Herkunft eine interessante Dynamik hinein. Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam und eher im Hintergrund, wer also viel Romantik erwartet, sollte das im Hinterkopf behalten. Dafür konnten mich die Nebenfiguren umso mehr überzeugen, weil sie der Geschichte zusätzliche Tiefe geben.

Insgesamt ist “Born of Salt and Storm“ ein gelungener Auftakt mit einer besonderen Atmosphäre und viel Potenzial für die Fortsetzung. Kleine Schwächen beim Tempo und Einstieg konnte ich gut verschmerzen.

Fazit: Ein starkes Romantasy-Debüt, das vor allem durch sein ungewöhnliches Setting und seine Stimmung überzeugt. Empfehlenswert für alle, die Lust auf etwas anderes als die typischen Fantasywelten haben und sich gerne in eine raue, vom Meer geprägte Geschichte ziehen lassen.