Ruhige, ansprechende Geschichte

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katerose Avatar

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Botanic Hearts hat mich vor allem durch seine leise, unaufgeregte Art überzeugt. Die Geschichte von Tansy, die nach einem Hurricane nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihren Arbeitsplatz verliert, wird mit viel Feingefühl erzählt und hat mich emotional erreicht, ohne dabei überladen zu wirken. Besonders mochte ich, dass ihre Situation realistisch dargestellt wird: ihre Verantwortung für ihr Kind, die Unsicherheit, wie es weitergeht, und gleichzeitig der Versuch, den Alltag irgendwie neu zu ordnen. Diese Mischung aus Verletzlichkeit und innerer Stärke hat die Figur für mich sehr greifbar gemacht.

Das Setting rund um den botanischen Garten und die provisorisch untergebrachte Bibliothek fand ich stimmig und gut gewählt, ohne dass es sich zu sehr in Symbolik verliert. Es dient der Geschichte und schafft eine ruhige Atmosphäre, in der sich die Handlung entfalten kann. Die Annäherung zwischen Tansy und Jack entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Mir hat gefallen, dass hier nichts forciert wird und beide Figuren Zeit brauchen, um Vertrauen zu fassen. Ihre Beziehung lebt weniger von großen Gesten als von Gesprächen, kleinen Begegnungen und gegenseitigem Verständnis.

Auch die Nebenfiguren und insbesondere Tansys Rolle als Mutter sind angenehm unaufdringlich in die Geschichte eingebunden und geben dem Roman zusätzliche Tiefe. An einigen Stellen war der Verlauf der Handlung vorhersehbar und ich hätte mir punktuell etwas mehr Spannung oder überraschende Entwicklungen gewünscht. Dennoch hat mich das Buch durchgehend gut begleitet und emotional abgeholt, ohne sich in Dramatik zu verlieren.

Botanic Hearts ist für mich eine ruhige, warm erzählte Geschichte über Neuanfänge, Verantwortung und das vorsichtige Zulassen von Nähe. Ich kann den Roman sehr gerne weiterempfehlen!