Viel Botanik, wenig Bibliothek

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
europeantravelgirl Avatar

Von

Ein Hurrikan zerstört in Houston nicht nur unzählige Wohnhäuser, sondern setzt auch die Grant Gellman Library unter Wasser. Deren Zukunft stand vorher schon auf dem Spiel. Bibliotheksleiterin Tansy bekommt eine letzte Chance: Übergangsweise zieht die Bibliothek in den Botanischen Garten. Doch das gefällt nicht allen dort. Besonders Jack, dessen zukünftiger Leiter, sind Tansy und ihre Ideen ein Dorn im Auge.

Was für eine niedliche Idee, die Bibliothek in den Botanischen Garten zu verlegen, wo sie ganz goldig zur Little Green Library wird. Auch das Aufeinandertreffen von grumpy Jack und Sunshine Tansy versprach witzige Wortgefechte, Humor und prickelnde Momente.

Ich muss allerdings gestehen, dass mir der Einstieg in die Geschichte nicht so leichtfiel, was an der Erzählperspektive lag. Wir haben zwar 2 POV, aber nicht in der Ich-Perspektive, sondern vermittelt durch einen personalen Erzähler. Das fand ich holprig zu lesen und brauchte einige Kapitel, um mich in den Klang hineinzufinden.

Die Figur des grummeligen Jack und seine grenzenlose Pflanzenliebe fand ich hervorragend erzählt. Tansy als Person überzeugte ebenfalls. Was ich jedoch nicht spüren konnte, war die vielbeschworene Bibliotheksenergie. Die bestand zum größten Teil aus hingebungsvollen Veranstaltungen und Vorlesestunden für Kleinkinder, aber die eigentliche Bücherliebe, die wir Bookies uns in solch einem Roman wünschen, fand nicht statt. Es hätte auch einfach eine KiTa sein können, die da in den Botanischen Garten zieht.

Da ich aber das Thema der Folgen des Hurrikans – auch was das mit den Menschen dort macht - äußerst spannend und aufschlussreich geschildert fand, war ich am Ende mit dem Leseerlebnis durchaus zufrieden.