Zwischen Büchern und Blüten – eine leise Romance zum Wohlfühlen

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seitenwind Avatar

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Botanic Hearts ist eine Romance, die ganz bewusst auf leise Töne setzt und genau darin ihre Stärke findet. Schon das Cover signalisiert Wohlfühlatmosphäre und diese Erwartung wird auch im Innern des Buches eingelöst. Die Verbindung von Büchern und Pflanzen ist nicht nur ein hübsches Motiv, sondern prägt die gesamte Geschichte und verleiht ihr eine eigene, ruhige Identität.

Thematisch dreht sich der Roman um Verlust, Neuanfang und das langsame Wiederfinden von Sicherheit. Die Ausgangslage ist emotional, ohne je ins Melodramatische zu kippen. Besonders gelungen ist das Setting im botanischen Garten, das als Kontrast zur gewohnten Bücherwelt funktioniert und zugleich als Spiegel für die innere Entwicklung der Hauptfigur dient. Die Handlung entfaltet sich ruhig und nimmt sich Zeit für Stimmungen, kleine Beobachtungen und Zwischentöne.

Neben der romantischen Handlung greift das Buch auch die Herausforderungen auf, mit denen eine alleinerziehende Mutter konfrontiert ist. Die Protagonistin muss Verantwortung für ihr Kind, ihr Team und ihre berufliche Existenz gleichzeitig tragen, was glaubwürdig und einfühlsam dargestellt wird. Diese Mehrfachbelastung verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht viele Entscheidungen und innere Konflikte gut nachvollziehbar. Gerade diese realistische Ebene hebt den Roman über eine reine Wohlfühlromance hinaus und sorgt dafür, dass die Figuren authentisch und lebensnah wirken.

Der Schreibstil ist flüssig, modern und sehr gut lesbar. Melanie Sweeney erzählt in einer zeitgemässen Sprache, die nah an den Figuren bleibt und ihre Gefühle nachvollziehbar vermittelt. Positiv hervorzuheben ist zudem der bewusste Umgang mit Diversität: Eine non binäre Figur wird im gesamten Buch konsequent als non binär beschrieben, was selbstverständlich und respektvoll in die Handlung eingebettet ist. Zu Beginn hat mich diese konsequente Formulierung kurz aus dem Lesefluss gebracht, da ich zunächst von einem Schreibfehler ausging. Nach kurzer Zeit fügt sich diese sprachliche Entscheidung jedoch stimmig ins Gesamtbild ein und unterstreicht den modernen Anspruch des Romans.