Zwischen Analyse und Erinnerung

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fiyero Avatar

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Der Roman bietet eine interessante und ungewöhnliche Familiengeschichte, die sich wie eine schonungslose Bestandsaufnahme über Generationen hinweg liest. Die Figuren sind geprägt von psychischen Erkrankungen und Brüchen, was dem Ganzen eine düstere, aber auch stellenweise humorvolle Note verleiht.

Gleichzeitig bleibt die Handlung jedoch oft auf der Strecke. Immer wieder wird der Erzählfluss durch ausführliche Exkurse in die Psychoanalyse unterbrochen, was den Roman teilweise eher wie ein Sachbuch wirken lässt. Dadurch verliert die Geschichte an Dynamik und kommt nur langsam voran.

Trotzdem hat das Buch seine Stärken: Die Auseinandersetzung mit Herkunft, Identität und der Frage nach „Normalität“ ist spannend und regt zum Nachdenken an. Sprachlich ist es solide und an manchen Stellen überraschend leicht und ironisch.

Insgesamt ein interessantes, aber auch etwas sperriges Debüt, das eher durch seine Themen als durch seine Handlung überzeugt.