Whiskey, Waffen und Wohlfühl-Grumpy

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mjoch Avatar

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Fiasco, Kentucky, klingt nach einem Ort, an dem man nicht freiwillig Urlaub macht. Hier brennt die Familie Foxx seit Generationen Bourbon, und angeblich endet jede Frau, die sich mit einem der Brüder einlässt, auf dem Friedhof. Laney landet mitten in der Nacht in der Destillerie, auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit. Grant Foxx, ehemaliger Cop und Dauergrantler, traut ihr keinen Meter über den Weg. Natürlich müssen die beiden trotzdem auf engstem Raum miteinander klarkommen.
Das Muster kennt man: Forced Proximity, Grumpy trifft Sunshine, dazu Dual POV, was gut funktioniert, weil man beiden beim Misstrauen und beim Dahinschmelzen zusehen darf. Spannend ist, dass Wilder nicht nur Romance liefert, sondern eine ordentliche Portion Suspense. Gegen Ende gibt es eine Wendung, die ich so nicht kommen gesehen habe. Die Bourbon-Welt ist nebenbei sehr stimmig, man lernt tatsächlich etwas über Fass, Reifezeit und Geduld.
Kleine Kritik: Die Dialoge könnten stellenweise mehr Feinschliff vertragen, und mit rund 450 Seiten zieht sich die Mitte etwas. Die Spice-Szenen sind explizit, wer das nicht mag, sollte das Buch eher zur Seite legen.
Bourbon and Lies ist kein literarisches Meisterwerk, aber ein unterhaltsamer, atmosphärischer Auftakt, der Lust auf Band 2 macht.