Brombeerblaue Tage

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terrorkruemel291 Avatar

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Ich hatte beim Lesen des Leseeindrucks von Brombeerblaue Tage das Gefühl, jemand hätte mir einfach den Stecker gezogen.

Erst ist da dieses schnelle, durchgetaktete Leben – Termine, Erwartungen, Funktionieren. Und dann: Rügen. Kein WLAN, kein Komfort, stattdessen Brombeerranken, die sich überall festkrallen. Irgendwie passt das erstaunlich gut – als würde nicht nur der Garten überwuchern, sondern auch alles, was Elisa lange weggeschoben hat.

Was mich dabei besonders getroffen hat: Diese langsame Verschiebung. Nichts passiert laut oder dramatisch. Es ist eher so, als würde sich etwas in ihr entwirren, während sie draußen Ordnung schafft. Und plötzlich merkt man, dass es gar nicht um das Haus geht.

Die Natur wirkt hier nicht romantisch, sondern fast wie ein Gegenüber – rau, ehrlich, manchmal unbequem. Und genau darin liegt für mich etwas Beruhigendes. Als würde das Buch sagen: Du kannst dich nicht immer beschleunigen, irgendwann holt dich das Leben sowieso ein.

Ich bin gespannt, wie weit Elisa wirklich geht – ob sie nur aufräumt oder tatsächlich bleibt. Für mich fühlt sich die Geschichte jetzt schon an wie ein leises Innehalten, das man vielleicht selbst viel zu selten zulässt.