Zwischen Ordnung und alten Wunden

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Das Cover hat mich sofort angesprochen, weil es etwas Ruhiges, Sommerliches und zugleich leicht Melancholisches ausstrahlt. Diese Brombeeren, das Haus, die sanften Farben – all das wirkt auf den ersten Blick fast idyllisch, aber die Leseprobe macht schnell klar, dass unter dieser Oberfläche viel mehr liegt. Genau das hat mich neugierig gemacht. Der Einstieg liest sich sehr angenehm und fein beobachtet, und man spürt sofort, dass Elisa ein Mensch ist, der Ordnung braucht, weil in ihr selbst vieles längst nicht so geordnet ist, wie es nach außen scheint.
Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin Elisas Denken und Fühlen mit ihrer Arbeit verbindet. Diese Liebe zu Strukturen, Linien, Pflanzen und Plänen wirkt nicht einfach wie ein berufliches Detail, sondern erzählt gleichzeitig sehr viel über sie selbst. Auch die Familiengeschichte schwingt von Anfang an mit, ohne dass gleich alles offengelegt wird. Gerade das macht die Leseprobe für mich so reizvoll: Es geht nicht laut oder dramatisch los, aber man merkt schnell, dass hier alte Verletzungen, Erinnerungen und unausgesprochene Konflikte im Raum stehen. Dazu kommt dieser Weg aufs Land und das Anwesen des Vaters, das sofort eine besondere Atmosphäre erzeugt – ein bisschen geheimnisvoll, ein bisschen verwunschen und voller Geschichte. Für mich verspricht das einen ruhigen, klugen und emotional dichten Roman, bei dem ich sehr gern weiterlesen würde.