besser als gedacht

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kgranger Avatar

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„Brombeerblaue Tage“ hat mir letztlich deutlich besser gefallen, als ich anfangs erwartet hatte. Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt etwas schwer, weil die Geschichte recht ruhig beginnt und ich erst Zeit gebraucht habe, um wirklich hineinzufinden. Auch das Ende kam mir persönlich etwas zu plötzlich. Trotzdem habe ich das Buch am Ende sehr gern gelesen.

Besonders schön fand ich die Vater-Tochter-Beziehung im Mittelpunkt der Geschichte. Elisa reist widerwillig auf das heruntergekommene Gutshaus ihres Vaters auf Rügen, während dieser im Krankenhaus ist, und muss sich dort nicht nur mit einem völlig verwilderten Garten, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Gerade diese langsame Annäherung zwischen Vater und Tochter wurde sehr glaubwürdig und warmherzig erzählt. Das Buch zeigt auf schöne Weise, dass nicht jede Eltern-Kind-Beziehung perfekt ist, dass Verletzungen bleiben können – aber eben auch, dass Versöhnung und ein Neuanfang möglich sind.

Außerdem mochte ich die Atmosphäre auf Rügen und die vielen Naturbeschreibungen sehr. Wie Elisa nach und nach ihre Liebe zu Pflanzen und Gärten wiederentdeckt, hatte etwas Beruhigendes und Hoffnungsvolles. Insgesamt ein gefühlvoller Roman mit viel Herz, kleinen Schwächen und einer sehr gelungenen emotionalen Entwicklung.