Entschleunigung kann so wohltuend sein
Der Roman „Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra leuchtet dem Leser wirklich brombeerblau-lila entgegen und sogar mit lila Lesebändchen. Erschienen ist er im Rowohlt wunderlich Verlag und hat 300 Seiten.
Hauptperson ist Elisa, eine sehr erfolgreiche Landschaftsarchitektin, deren Leben hauptsächlich aus Arbeit besteht.
Doch Elisas Leben erfährt einen Cut, als sie familienbedingt nach Rügen aufbrechen muss.
Der (erst mal erzwungene) Aufenthalt dort wird für Elisa sehr heilsam werden: Die raue Schönheit der Insel und der Natur, auch im verwilderten Garten!
Das entschleunigte Leben dort steht ganz im Gegensatz zu Elisas sonstigem, getaktetem Leben als Landschaftsarchitektin.
Allerdings Elisa ist auch mit der Herz-Krankheit ihres Vaters konfrontiert und es gibt einige Krankenhausszenen. Das könnte den Leser runterziehen und das Gefühl des Wohlfühlromans schmälern. So ging es mir jedenfalls.
Die Hauptfigur Elisa ist gut beschrieben und auch ihr innerer Konflikt, der dadurch entsteht, dass sie sich zuerst ihrer Arbeit noch sehr verbunden fühlt und die Zeit, die ihr in der Nacht bleibt, die sie eigentlich zum Schlafen bräuchte und zu Erholung, nützt sie zunächst zum Arbeiten, um die Anforderungen der anderen zu erfüllen.
So nach und nach kommt sie einem großen Vermächtnis auf die Spur, bei dem auch ihrer weiblichen Vorfahren eine wesentliche Rolle spielen
Es ist schön mitzuerleben, wie sie nach und nach zur Ruhe kommt.
Auch die Nebenfiguren Marion, Per, Ivy sind schön beschrieben und gefallen mir, besonders Aurel, ein pensionierter Hütehund und natürlich Papa Henk. Man lernt die Eigenheiten der Bewohner auf der Insel Rügen gut kennen.
… und eine schöne Erkenntnis gibt die Lektüre dem Leser/in mit auf den Weg: Es ist nie zu spät, umzukehren und einen neuen Weg einzuschlagen, der einen wirklich glücklich macht.
Der angenehme Schreibstil macht den Roman zu einer wunderbaren Sommerlektüre, einfach zum Weglesen und darin versinken.