Wunderschön erzählt

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schwedenbiene Avatar

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Vorab gesagt: Optisch ist dieses Buch schon so wunderschön.
Farblich gesehen und mit einem passenden Lesebändchen versehen.
Jedem Kapitel ist eine Pflanze gewidmet. Gezeichnet mit einer Beschreibung.
So kommt man der Geschichte etwas Näher.
Elisa arbeitet als Landschaftsarchitektin. Sie hat ein gestrafftes Leben.
Immer in Arbeit, immer erreichbar, immer unter Anspannung.
Nur nicht groß Nachdenken.
Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt und sie dringend braucht, willigt sie
sehr widerstrebend ein. Sie soll für kurze Zeit sein Gutshaus auf Rügen hüten.
Als sie dort ankommt, erwartet sie nicht nur ein etwas heruntergekommenes Haus mit Garten, sondern auch ein Neuanfang.
Mit großer Wärme erzählt die Autorin von Lebensträumen, Erinnerungen, Scheitern, Entwurzelung, verpassten Chancen und dem schwierigen Weg zur Versöhnung.
Immer wieder geht es um die Frage: Heilt die Zeit alle Wunden? Können viele kleine Entscheidungen ein ganzes Menschenleben ausmachen?
Entscheidungen, die einen ein ganzes Leben lang verfolgen. Welchen Schmerz und welches Risiko lässt man zu, wenn es um Gefühle geht?
Die Schreibweise ist wunderbar, stellenweise poetisch.
Eine Geschichte, die zeigt, dass man nicht im Jetzt ruhig leben kann, wenn man die Vergangenheit nicht aufgearbeitet hat.
Fesselnd, berührend und mit der Hoffnung, dass Versöhnung möglich sein kann.
Die Charaktere sind sehr lebensecht und liebevoll gezeichnet. 
Ein wunderbarer Roman, einfühlsam und intensiv, aber auch voller Energie.
Nie kitschig, doch auch sehr schön.