Gegenfiguren
Mein erster Leseeindruck von Buckeye ist sehr positiv. Der Roman erzählt ruhig und unaufgeregt, entwickelt dabei aber schnell einen starken Sog. Besonders gelungen finde ich Cal Jenkins als Figur: Seine körperliche Beeinträchtigung bewahrt ihn vor dem Krieg, wird für ihn selbst jedoch gerade deshalb zur Quelle von Scham und dem Gefühl, seinem gesellschaftlichen Ideal von Männlichkeit nicht zu entsprechen. Dazu kommt mit Becky eine faszinierende Gegenfigur, deren vermeintliche Fähigkeit, Stimmen Verstorbener zu hören, eine leicht unheimliche, beinahe magisch-realistische Ebene in die ansonsten sehr konkret gezeichnete amerikanische Kleinstadtwelt bringt.