Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück

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simonef Avatar

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„Buckeye“ erzählt von Margaret, Felix, Becky und Cal, deren Leben durch schicksalhafte Ereignisse miteinander verbunden sind. Auch in der Kleinstadt Bonhomie in Ohio werden die Auswirkungen der Weltgeschichte spürbar: In den 1940er Jahren sind viele Männer in Europa oder dem pazifischen Raum als Soldaten im Krieg, viele fallen, und wer zurückkehrt, ist oft schwer traumatisiert. Während die Generationen der Väter und Großväter noch daran zu tragen haben, was sie in den beiden Weltkriegen erlebt haben, wartet auf die Söhne bereits der Vietnamkrieg. Auch die amerikanische Nachkriegsgeschichte mit Kennedy, Nixon, Watergate und Desegregation findet eher nebenbei Eingang in den Roman.

Patrick Ryan gelingt es vor allem bei den männlichen Protagonisten, ihre persönliche Zerrissenheit und ihr Gefühlsleben spürbar zu machen. Die weiblichen Figuren, insbesondere Margaret, bleiben eher blass und distanziert. Ryan zeigt, wie sehr gesellschaftliche Vorstellungen von einem „normalen“, typisch amerikanischen Leben, die Suche nach der eigenen Identität und die Prägung durch Herkunft die Lebenswege beeinflussen und zu inneren und äußeren Konflikten führen.

Die Erzählweise ist angenehm leise und einfühlsam, ohne Pathos oder Verklärung amerikanischer Ideale. Sprachlich fand ich den Roman leider nicht überzeugend. Immer wieder blieb ich an Sätzen hängen, die „schief“ formuliert waren und deren Bedeutung bei genauerem Hinsehen unklar blieb. Inwieweit dies der Übersetzung geschuldet ist, kann ich nicht beurteilen, aber es minderte meine Lesefreude. Schwierigkeiten hatte ich auch mit Becky, die Séancen abhält und ihre Dienste als Medium anbietet, was im Roman eine größere Rolle spielt. Das Buch suggeriert, dass es diese paranormalen Fähigkeiten tatsächlich gibt. Damit kann ich überhaupt nichts anfangen.

Insgesamt war „Buckeye“ für mich ein Buch mit Licht und Schatten und hat meine hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt.