Buckeye – ein Stück Amerika zwischen Krieg und Kleinstadt
Manche Bücher nehmen sich Zeit. "Buckeye" von Patrick Ryan ist so eins – ein Roman, der sich über Jahrzehnte spannt, vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er, und dabei nie hektisch wird, sondern einfach... lebt.
Im Zentrum steht Cal, der wegen eines verkürzten Beins nicht in den Krieg ziehen darf – und der sich sein Leben lang an diesem nicht geleisteten Dienst abarbeitet. Er heiratet Becky, die beiden bekommen einen Sohn, Skip. Auf der anderen Seite steht Margaret: als Waisenkind durch Pflegefamilien gereicht, nie über das Verlassenwerden durch ihre Mutter hinweggekommen. Sie lernt in Columbus Felix kennen und heiratet ihn – Kinder will sie eigentlich keine.
Dann ziehen Felix und Margaret ausgerechnet in Cals Kleinstadt, und ab da verweben sich die beiden Leben. Margaret kommt mit dem Kleinstadtleben nicht klar, und auch die Ehe ist nicht das, was sie sich erhofft hatte. Während Felix an der Front ist, beginnt sie eine Affäre mit Cal. Daraus entsteht Tom – "Buckeye", wie ihn Skip später nennen wird.
Nach dem Krieg kehren beide brav in ihre Ehen zurück. Felix kämpft mit dem, was er im Krieg erlebt hat, und mit dem Verlust eines Mannes, den er dort lieben gelernt hat. Skip und Tom wachsen unterdessen als beste Freunde auf – ohne zu ahnen, dass sie Halbbrüder sind.
Jahre später platzt die Wahrheit über die Affäre heraus. Doch statt reinen Tisch zu machen, entscheiden sich die Erwachsenen, weiter zu lügen: Felix soll offiziell Toms Vater bleiben. Eine Entscheidung, die sich bitter rächt. Als Tom als Erwachsener endlich die Wahrheit erfährt, fühlt er sich zutiefst betrogen – vor allem im Hinblick auf Skip, seinen Halbbruder, der im Vietnamkrieg gefallen ist. Am Ende geht Margaret ihren eigenen Weg, während Becky und Cal nach Jahren der Distanz wieder zueinanderfinden.
Was mich an "Buckeye" wirklich gepackt hat: Es ist kein Buch mit Glanz und Glamour. Hier wird nichts schöngeredet. Es geht um Lügen, um falsche Entscheidungen, um Trauer und Verlust – aber eben auch um Liebe und darum, trotz allem an das Leben zu glauben. Und ganz nebenbei bekommt man ein sehr dichtes Bild vom Amerika der Nachkriegsjahre, von Kleinstadt-Mief und kleinbürgerlichen Werten, wie es sie wahrscheinlich so ähnlich überall auf der Welt gibt und trotzdem so amerikanisch ist.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, auch wenn es sehr unaufgeregt daherkommt und die Handlung sich eigentlich nie aus dem engen Kreis dieser sechs Personen herausbewegt. Ich muss aber ehrlich zugeben: Als Nicht-Amerikanerin und als jemand, der diese Zeit nicht selbst erlebt hat, ging es mir beim Lesen mal so, mal so. Mal dachte ich: Ja, genau, das kenne ich, das könnte auch bei uns passieren. Und dann wieder: Nein, das ist einfach nicht meine Welt. Genau dieses Hin-und-Her-Gerissensein hat mich aber am Ball gehalten – und macht "Buckeye" für mich zu einem Buch, das noch lange nachwirkt.
Im Zentrum steht Cal, der wegen eines verkürzten Beins nicht in den Krieg ziehen darf – und der sich sein Leben lang an diesem nicht geleisteten Dienst abarbeitet. Er heiratet Becky, die beiden bekommen einen Sohn, Skip. Auf der anderen Seite steht Margaret: als Waisenkind durch Pflegefamilien gereicht, nie über das Verlassenwerden durch ihre Mutter hinweggekommen. Sie lernt in Columbus Felix kennen und heiratet ihn – Kinder will sie eigentlich keine.
Dann ziehen Felix und Margaret ausgerechnet in Cals Kleinstadt, und ab da verweben sich die beiden Leben. Margaret kommt mit dem Kleinstadtleben nicht klar, und auch die Ehe ist nicht das, was sie sich erhofft hatte. Während Felix an der Front ist, beginnt sie eine Affäre mit Cal. Daraus entsteht Tom – "Buckeye", wie ihn Skip später nennen wird.
Nach dem Krieg kehren beide brav in ihre Ehen zurück. Felix kämpft mit dem, was er im Krieg erlebt hat, und mit dem Verlust eines Mannes, den er dort lieben gelernt hat. Skip und Tom wachsen unterdessen als beste Freunde auf – ohne zu ahnen, dass sie Halbbrüder sind.
Jahre später platzt die Wahrheit über die Affäre heraus. Doch statt reinen Tisch zu machen, entscheiden sich die Erwachsenen, weiter zu lügen: Felix soll offiziell Toms Vater bleiben. Eine Entscheidung, die sich bitter rächt. Als Tom als Erwachsener endlich die Wahrheit erfährt, fühlt er sich zutiefst betrogen – vor allem im Hinblick auf Skip, seinen Halbbruder, der im Vietnamkrieg gefallen ist. Am Ende geht Margaret ihren eigenen Weg, während Becky und Cal nach Jahren der Distanz wieder zueinanderfinden.
Was mich an "Buckeye" wirklich gepackt hat: Es ist kein Buch mit Glanz und Glamour. Hier wird nichts schöngeredet. Es geht um Lügen, um falsche Entscheidungen, um Trauer und Verlust – aber eben auch um Liebe und darum, trotz allem an das Leben zu glauben. Und ganz nebenbei bekommt man ein sehr dichtes Bild vom Amerika der Nachkriegsjahre, von Kleinstadt-Mief und kleinbürgerlichen Werten, wie es sie wahrscheinlich so ähnlich überall auf der Welt gibt und trotzdem so amerikanisch ist.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, auch wenn es sehr unaufgeregt daherkommt und die Handlung sich eigentlich nie aus dem engen Kreis dieser sechs Personen herausbewegt. Ich muss aber ehrlich zugeben: Als Nicht-Amerikanerin und als jemand, der diese Zeit nicht selbst erlebt hat, ging es mir beim Lesen mal so, mal so. Mal dachte ich: Ja, genau, das kenne ich, das könnte auch bei uns passieren. Und dann wieder: Nein, das ist einfach nicht meine Welt. Genau dieses Hin-und-Her-Gerissensein hat mich aber am Ball gehalten – und macht "Buckeye" für mich zu einem Buch, das noch lange nachwirkt.