Ein großartiges Familienepos im Amerika der 1940er bis 1980er Jahre

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Buckeye von Patrick Ryan, aus dem Englischen von Thomas Überhoff, ist ein großartiges Familienepos über zwei Familien aus einer amerikanischen Kleinstadt in Ohio, die durch die Geburt von Tom „Buckeye“ genannt, eine lebenslange Verbindung eingehen.
Cal Jenkins, Jahrgang 1920, hat ein verkürztes Bein, weswegen er nicht wie seine Altersgenossen in den Krieg ziehen darf. Felix Salt ist bei der Marine, er verliert im Krieg seine große Liebe und beinahe auch sein Leben.
Margaret ist im Waisenhaus und in Pflegefamilien aufgewachsen. Ihr Leben lang hat sie sich mit der Frage beschäftigt, warum ihre Mutter sie nicht gewollt hatte. An Felix‘ Seite erhofft sie sich das Leben, von dem sie immer geträumt hatte. Doch dieser ist immun gegen ihre Reize – im Gegensatz zu Cal, der im Werkzeugladen arbeitet. Die beiden beginnen eine kurze, aber leidenschaftliche Affäre, die Margaret anlässlich von Felix‘ Rückkehr von der Front beendet. Cal kehrt zu Frau Becky und dem gemeinsamen Sohn Skip zurück. Margarets Sohn Tom wird neun Monate nach Felix‘ Rückkehr geboren. Für Felix ist Tom der einige Grund zum Weiterleben.
Becky ist in ihrem Umkreis als Medium bekannt, sie kann Kontakt zu Toten aufnehmen. Auch Felix sucht sie auf.
Als Tom acht Jahre alt ist, wird er von seiner Mutter verlassen. Halt findet er bei seinem besten Freund Skip und dessen Eltern Cal und Becky.
Der Roman beginnt 1945 und endet vierzig Jahre später. Die Jenkins und Salts erleben in dieser Zeit zwei Kriege und mehrere Präsidenten. Cals Vater Everett hat im Ersten Weltkrieg gekämpft, er verfolgt entrüstet das Weltgeschehen und schreibt Briefe an die jeweils amtierenden Präsidenten. Ganz besonders ärgert er sich über den ewig währenden Vietnamkrieg. Wusstet ihr, dass im Dezember 1969 in der größten Wehrpflichtlotterie in der Geschichte Amerikas ausgelost wurde, welche Wehrpflichtigen nach Vietnam einberufen werden?
Buckeye ist ein Antikriegsroman. Die beiden Weltkriege und der Vietnamkrieg haben den Familien Jenkins und Salt unendliche Trauer und Verluste gebracht.
Es ist ein Roman über Mütter, Väter und Söhne und die Auswirkungen fehlender Mutterliebe. Es ist ein Roman über Homosexualität in Zeiten, in denen gleichgeschlechtliche Liebe nicht gesellschaftsfähig war.
Der Roman enthält 650 Seiten, und keine davon ist überflüssig, im Gegenteil, ich hätte gerne noch weitergelesen, vor allem über Margaret hätte ich gern mehr erfahren. Der Roman ist für mich ein Jahreshighlight. Wenn ihr gern Familien-, Generationen- und/oder Amerikaromane lest, kann ich euch Buckeye sehr ans Herz legen.