Familiengeheimnisse

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
pajo47 Avatar

Von

Buckeye ist kein Krimi, sondern ein großer Familienroman, einer, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Im Mittelpunkt stehen zwei Familien: Becky und Cal Jenkins sowie Margaret und Felix Salt. Becky und Cal haben einen Sohn Skip. Der zwei Jahre jüngere Tom ist der Sohn von Margret und Felix. Alles beginnt 1945, als die Nachricht vom Ende des Zweiten Weltkriegs im Radio verkündet wird. Die ausgelassene Stimmung bringt Margaret und Cal auf eine ebenso kuriose wie schicksalhafte Weise zusammen. Aus diesem Moment entwickelt sich ein Geheimnis, das das Leben beider Familien über vier Jahrzehnte hinweg prägt.

Doch mit dem Kriegsende kehrt längst nicht dauerhaft Frieden ein. Die weiteren Kriege, in die die USA verwickelt werden, allen voran Vietnam, bestimmen immer wieder das Leben der Familien. Ständig schwebt die Angst mit, dass einer der Söhne zum Militär eingezogen wird. Diese bedrückende Unsicherheit verleiht der Geschichte eine zusätzliche emotionale Tiefe.

Trotz seiner rund 650 Seiten wirkt der Roman nie langatmig. Patrick Ryan erzählt ruhig und mit großer Wärme, seine Figuren sind glaubwürdig und vielschichtig. Man versteht ihre Entscheidungen, auch wenn man sie nicht immer gutheißt.

Besonders gefallen hat mir, wie neben den persönlichen Schicksalen auch der Wandel Amerikas nach dem Krieg erzählt wird. Liebe, Schuld, Vergebung und die Folgen verschwiegener Wahrheiten ziehen sich durch mehrere Generationen.

Für mich war Buckeye ein echtes Leseerlebnis.